51. Finnwal in Island getötet: VGT dokumentiert Islands Walfang

Der Verein Gegen Tierfabriken (VGT) hat den 51. Finnwal dokumentiert, der in diesem Jahr vor Islands Küste getötet wurde, wie aus einer aktuellen Presseaussendung hervorgeht. Island gehört neben Japan und Norwegen zu den letzten drei Ländern weltweit, die noch kommerziellen Walfang betreiben.

Die Firma Hvalur jagt mit zwei Booten auf Basis einer Lizenz, die für 2026 bis zu 150 Finnwale und 168 Zwergwale erlaubt. Die Tiere werden mit Harpunen beschossen, der Tötungsvorgang dauert nach Beobachtungen des VGT oft bis zu 30 Minuten und erfordert mitunter vier Schüsse pro Tier. Auch der Whale-Watching-Tourismus leidet: Eine Tour in Reykjavik blieb kürzlich erfolglos, Veranstalter machten dafür den Walfang verantwortlich, der die Tiere aus den Gewässern vertreibt, obwohl Whale-Watching der Insel deutlich mehr Einnahmen bringt als die Waljagd selbst.

VGT-Obmann DDr. Martin Balluch bringt es nach eigener Beobachtung der Verarbeitung auf den Punkt: „Der Walfang ist ein Anachronismus, der jetzt beendet werden muss.“ Die isländische Regierung hat inzwischen selbst ein Verbot für den Herbst angekündigt, ein Umstand, der zeigt, dass die Kritik der Tierschützer in diesem Fall auf offene Ohren trifft und in der Sache schwer von der Hand zu weisen ist.

In der Sache hat der VGT hier recht, das Leid der Tiere ist real und gut dokumentiert, wie schon der Beitrag über die Blutfarmen auf Island zeigte. Bemerkenswert ist dabei, dass der Verein es nicht bei einem politisch bequemen Ziel wie einem isländischen Walfänger belässt. Anders als viele andere, oft dezidiert links positionierte Tierschutzorganisationen, die beim Thema religiös begründetes Schlachten lieber schweigen, aus Sorge vor dem Vorwurf der Ausländer- oder Islamfeindlichkeit, geht der VGT auch das Schächten ohne Betäubung offen an.

Schon 2016 stellte der Verein klar, er setze sich „bedingungslos für die Interessen der Tiere ein, und zwar unabhängig von jeglicher politischen Weltanschauung oder religiöser Tradition.“ Es blieb nicht bei der Erklärung: 2021 deckte der VGT illegale Schächtungen in niederösterreichischen Betrieben auf, 2023 kam es zu Prozessen gegen Schächter und die zuständigen Kontrollveterinäre, und erst 2025 dokumentierte der Verein brutale Schächtungen beim Opferfest in der Türkei. Gefordert wird unter anderem eine verpflichtende Betäubung unmittelbar nach dem Schnitt sowie schärfere behördliche Kontrollen und höhere Strafen bei Verstößen.

Wie brutal die Praxis vor Ort abläuft, zeigt eigenes Videomaterial des VGT von der isländischen Küste:

Genau diese Konsequenz unterscheidet den VGT von jenen NGOs, die Tierleid nur dort anprangern, wo es politisch gefahrlos ist, und beim Schächten lieber wegsehen, ein Muster selektiven Tierschutz-Aktivismus, wie es auch die F-News-Analyse „Schnitzel mit Schockwirkung“ beschrieben hat. Wer wirklich für Tiere eintritt, darf sich nicht aussuchen, welches Leid gerade genehm ist zu kritisieren, ob vor Islands Küste oder im niederösterreichischen Schlachthof. In diesem Punkt macht der VGT vor, wie glaubwürdiger Tierschutz aussehen müsste.

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