Zwei Malaria-Tote am Frankfurter Flughafen: Wie groß ist die Gefahr für Deutschland?

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Am Frankfurter Flughafen sind nach Medienberichten zwei Beschäftigte nach einer Malaria-Infektion gestorben. Insgesamt sollen sich sechs Mitarbeiter angesteckt haben. Das Robert Koch-Institut hatte im Juli zunächst vier Fälle bestätigt. Als Ursache gilt eine infizierte Anophelesmücke, die mit einem Flugzeug aus einem Malaria-Gebiet eingeschleppt worden sein soll.

Malaria ist keine harmlose Tropenkrankheit. Ausgelöst wird sie durch Plasmodien, einzellige Parasiten, die vor allem beim Stich einer infizierten weiblichen Anophelesmücke übertragen werden. Besonders die Malaria tropica kann ohne rasche Behandlung schwere Organschäden verursachen und tödlich enden. Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen sowie starkes Krankheitsgefühl können zunächst wie ein Infekt wirken. Gerade diese Verwechslung kostet Zeit.

Die Frankfurter Fälle heißen Flughafenmalaria. Sie entstehen nicht dadurch, dass sich Menschen gegenseitig anstecken. Nach den Angaben des RKI hatte sich vermutlich eine infizierte Mücke in einem Flugzeug oder im Frachtbereich eingeschleppt und Beschäftigte gestochen. Für Reisende und die Bevölkerung im Rhein-Main-Gebiet ist das kein Beleg für eine unkontrollierte Weitergabe von Mensch zu Mensch.

Kann sich Malaria im deutschen Sommer ausbreiten? Vollständig ausschließen lässt sich eine örtlich begrenzte Übertragung nicht. Das RKI weist darauf hin, dass in Sommer und Frühherbst bei länger hohen Temperaturen grundsätzlich Bedingungen für eine Übertragung vorhanden sein können. Dafür müsste eine geeignete Mücke zunächst einen infektiösen Menschen stechen, den Parasiten in sich entwickeln lassen und anschließend eine weitere Person stechen. Das ist eine Kette mehrerer Voraussetzungen, keine automatische Folge eines einzelnen Flughafensfalls.

Deutschland war historisch nicht bloß Zuschauer. Bis in die 1950er Jahre gab es regionale Malaria-Gebiete, etwa am Oberrhein und in Marschlandschaften; die Krankheit wurde damals oft Sumpf- oder Wechselfieber genannt. Die WHO führt Deutschland seit 1964 als malariafrei. Das heißt, es gibt keine dauerhafte einheimische Übertragung. Die heutigen Fälle sind eingeschleppt und selten – doch sie zeigen, dass der Schutz nicht selbstverständlich ist.

Wer nach einem Aufenthalt in einem Malaria-Gebiet oder bei Arbeit an einem internationalen Flughafen Fieber bekommt, sollte den möglichen Kontakt ausdrücklich ärztlich ansprechen. Bei Malaria tropica zählt Zeit. Der Fall in Frankfurt darf nicht zur nächsten Panikübung missbraucht werden. Er ist aber ein harter Hinweis darauf, dass die globalisierte Mobilität auch Krankheiten mitbringt, die hier seit Jahrzehnten nicht mehr dauerhaft zirkulieren.

F-NEWS berichtete bereits über den geplanten Freilandversuch mit 64 Millionen veränderten Mücken in den USA. Die Frankfurter Fälle sind damit nicht vergleichbar. Sie führen aber vor Augen, wie wichtig bei Mücken und übertragbaren Krankheiten eine sachliche Gefahrenanalyse ist – statt blindem Fortschrittsglauben oder der reflexhaften Panikmaschine.

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