„Was für eine Regierung drängt der eigenen Bevölkerung Glücksspiel, Pornografie und Drogen auf?“ Mit dieser Frage eröffnet Tucker Carlson sein neues Gespräch mit dem Journalisten Saagar Enjeti. Der Vorwurf richtet sich nicht gegen einen einzelnen Konzern, sondern gegen ein politisches System, das junge Männer immer tiefer in Suchtangebote hineinzieht und daran verdienen lässt.
Im fast zweistündigen Gespräch beschreibt Enjeti den Boom der Online-Sportwetten in den USA. Seit der landesweiten Öffnung des Marktes ist die Wette nicht mehr an das Casino gebunden. Sie liegt jederzeit auf dem Smartphone. Besonders aggressiv seien Angebote wie Kombiwetten auf einzelne Spielereignisse. Nach Enjetis Darstellung erzielen Plattformen gerade mit solchen Wetten einen besonders hohen Anteil ihrer Einnahmen. Aus Sport werde so ein dauerndes Spiel gegen den eigenen Kontostand.
Carlson und Enjeti verbinden diese Entwicklung mit Prediction Markets, der Cannabis-Politik und Plattformen wie OnlyFans. Ihre zentrale These: Die politische Klasse lasse eine Ökonomie wachsen, die Einsamkeit, Risikodrang und sexuelle Ausbeutung nicht eindämmt, sondern in Geschäftsmodelle verwandelt. Enjeti spricht von einer gezielten Ausnutzung des Belohnungssystems. Die Angebote seien privat, permanent verfügbar und gerade deshalb gefährlicher als das klassische Glücksspiel am Automaten oder im Wettbüro.
Besonders scharf kritisieren beide die Rolle von Politikern und einflussreichen Medienfiguren, die Werbeverträge und große Spenderinteressen nicht von der öffentlichen Debatte trennen. Carlson verweist auf Geldgeber aus der Glücksspielbranche und auf die Werbung für Wettplattformen. Enjeti hält dagegen: Wer das Smartphone zum Casino mache, dürfe sich nicht wundern, wenn immer mehr junge Männer verschuldet, isoliert und abhängig enden.
Die Diagnose betrifft nicht nur Amerika. Auch in Europa greifen Plattformen nach immer mehr Lebensbereichen und verkaufen Suchtpotenzial als Freiheit oder Unterhaltung. F-NEWS hatte bereits über den staatlichen Zugriff auf Jugendliche durch das französische Social-Media-Verbot für Unter-15-Jährige berichtet. Der Schutz vor digitalen Fallen darf jedoch nicht in neuen Ausweiszwang münden. Die Verantwortlichen bei Wetten, Pornoplattformen und Drogenhandel bleiben die Anbieter und ihre politischen Ermöglicher.
Auch bei illegalen Drogen zeigt sich, wie wenig der viel beschworene Sicherheitsstaat tatsächlich schützt. Der UN-Bericht über Deutschland als Ketamin-Drehscheibe war ein weiteres Alarmsignal. Carlson und Enjeti machen einen Punkt, den die Politik zu gern übergeht: Wer an der Schwäche der Menschen verdient, braucht keine starke Gesellschaft – sondern nur den nächsten Klick.








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