Aus Berlin sind im ersten Halbjahr 2026 deutlich weniger Menschen abgeschoben worden als im Vorjahreszeitraum. Nach einem Medienbericht wurden zwischen Januar und Juni 546 Personen zurückgeführt. Im ersten Halbjahr 2025 waren es 804 Personen – rund ein Drittel mehr.
Gunnar Lindemann, Migrationsexperte der AfD-Hauptstadtfraktion, sieht darin einen Widerspruch zur von der CDU behaupteten „Migrationswende“. Er erklärt: „Schon die rückläufige Gesamtzahl der Abschiebungen entlarvt die CDU-Behauptung von der angeblichen Migrationswende als schlichte Wahlkampflüge.“
Lindemann zufolge entspricht die Zahl von 546 Rückführungen nicht einmal drei Prozent der vollziehbar Ausreisepflichtigen in Berlin. Besonders verweist er auf das Ziel der Abschiebungen: Von den 546 Fällen seien nur zehn in Drittstaaten erfolgt, die weder EU-Mitglied noch assoziiert seien. „Echte Abschiebungen in ‚schwierige‘ Länder wie Syrien oder den Irak sowie nach Afrika finden fast nie statt“, so Lindemann.
Die Bundesregierung hatte im Zuge des EU-Asylpakts eine große Abschiebe-Offensive angekündigt, die zunächst mit 40 Plätzen am BER beginnen sollte. F-News berichtete darüber hier. Auch bundesweit lagen Abschiebungen zuletzt weit unter der Zahl der ausreisepflichtigen Menschen, wie eine frühere Auswertung von F-News zeigt.
Lindemann wirft dem Berliner Senat vor, die Öffentlichkeit über die tatsächliche Lage hinwegzutäuschen. Die Folgen einer aus seiner Sicht fehlenden Kursänderung sieht er beim Wohnungsmarkt, an den Schulen und bei den staatlichen Ausgaben. Eine deutliche Mehrheit der Deutschen fordert nach einer aktuellen Umfrage eine Begrenzung der Migration, wie F-News hier berichtete.






