Es geht weiter bergab: Die Inflation in Deutschland ist im Juli wieder auf 2,8 Prozent gestiegen. Im Juni waren es noch 2,3 Prozent. Gegenüber dem Vormonat erhöhten sich die Verbraucherpreise binnen nur vier Wochen um 0,8 Prozent. Das bestätigt das Statistische Bundesamt in seiner aktuellen Meldung.
Der Preisschock kommt erneut über die Energie. Energieprodukte verteuerten sich gegenüber Juli 2025 um 8,3 Prozent. Bei Kraftstoffen beträgt das Plus sogar 23 Prozent. Allein gegenüber Juni stiegen die Spritpreise um 11,2 Prozent. Diesel wurde binnen eines Monats 12,6 Prozent teurer, Superbenzin 11 Prozent.
Destatis nennt zwei Gründe: Den Ölpreisanstieg infolge des anhaltenden Iran-Kriegs und das Ende des staatlichen Tankrabatts zum 30. Juni. Damit war die angebliche Entlastung kaum verschwunden, da schlug die volle Rechnung wieder an der Zapfsäule ein. Auch leichtes Heizöl kostete 34,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Die Kerninflation ohne Nahrungsmittel und Energie lag bei 2,4 Prozent. Dienstleistungen verteuerten sich um 2,9 Prozent. Besonders kräftig stiegen die Preise sozialer Einrichtungen um 6,5 Prozent, Pauschalreisen um 5,6 Prozent sowie Wartung und Reparatur von Fahrzeugen um 4,7 Prozent. Auch Gesundheit wurde mit fünf Prozent deutlich teurer.
Für Verbraucher bedeutet das: Tanken, Heizen, Reisen, Reparaturen und zahlreiche Dienstleistungen fressen erneut mehr vom Einkommen. Wer auf die sinkende Juni-Rate als Zeichen der Entspannung verwies, ist bereits widerlegt. F-NEWS hatte die damaligen 2,3 Prozent als Schönwetterzahl kritisiert. Einen Monat später steht die Inflation wieder kurz vor der Drei-Prozent-Marke.
Gleichzeitig verkauft Deutschland minimale Wachstumsraten als Erfolg. Zuletzt blieben davon gerade einmal 0,2 Prozent Wirtschaftswachstum. Die Wirtschaft tritt auf der Stelle, während die Preise davonlaufen. Das ist keine Erholung. Das ist weiterer Kaufkraftverlust mit amtlichem Stempel.






