Fünfmal so viele Syrer: Wien fährt 82 Polizisten gegen explodierende Jugendkriminalität auf

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In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag fuhr die Wiener Polizei am Bahnhof Wien-Meidling ein Großaufgebot von 82 Beamten auf, darunter Fremdenpolizei, Diensthundeeinheiten und Verstärkung aus mehreren Bundesländern, wie heute.at berichtet. Ziel der Schwerpunktaktion: Jugendkriminalität.

Der Anlass für den Großeinsatz liegt in einer Zahl, die für sich spricht: Bei syrischen Tatverdächtigen im Alter von 10 bis 14 Jahren stieg die Zahl von 318 im Jahr 2021 auf 1.528 im Jahr 2025, eine Verfünffachung binnen nur fünf Jahren. Genau diese Entwicklung gab dem Einsatz seinen Namen.

Innenminister Gerhard Karner brachte die Lage mit einem einzigen, fast schon zu milden Satz auf den Punkt: „Jugendkriminalität ist und bleibt ein Sorgenkind.“ Seit März 2024 wurden in Wien im Rahmen entsprechender Schwerpunktaktionen bereits rund 1.600 Personen festgenommen, davon 600 Minderjährige. Zuletzt musste sogar Verstärkung aus anderen Bundesländern anrücken, um überhaupt genug Personal für die Nachtschichten in den bekannten Problemzonen aufzubringen, insbesondere in Parkanlagen, in denen Jugendgruppen wiederholt mit Gewalt-, Raub- und Eigentumsdelikten sowie Drogenhandel aufgefallen sind.

Der Fall reiht sich nahtlos in eine Serie ähnlicher Vorfälle der vergangenen Monate ein. Erst kürzlich soll in Wien ein zwölfjähriger Syrer drei Landsmänner mit einem Messer attackiert haben, ein Alter, in dem in Österreich noch nicht einmal Strafmündigkeit besteht. Auch auf Bundesebene gerät Karner zunehmend unter Druck: Erst vor Kurzem musste er sich vorhalten lassen, dass Syrer und Afghanen die Asylstatistik anführen. Kritiker werfen der Regierung vor, auf eine seit Jahren bekannte Entwicklung immer erst dann zu reagieren, wenn der öffentliche Druck zu groß wird.

Ein nächtlicher Großeinsatz mit Spürhunden und Verstärkung aus den Bundesländern mag als Signal taugen, an der zugrunde liegenden Zahl ändert er nichts. Wenn sich die Tatverdächtigenzahl einer einzigen Nationalitätengruppe unter Kindern und Jugendlichen binnen fünf Jahren verfünffacht, ist das kein Symptom, das sich mit einer Nacht Polizeipräsenz am Bahnhof erledigen lässt, sondern der Beweis einer Integrations- und Migrationspolitik, die längst an ihre Grenzen gestoßen ist.

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