Bernd Prange, seit 2010 Bürgermeister der Gemeinde Altmärkische Höhe im Landkreis Stendal und seit 35 Jahren CDU-Mitglied, hat der AfD Sachsen-Anhalt 10.000 Euro gespendet. Der Fuhrunternehmer sitzt zugleich als CDU-Kreistagsmitglied im Stendaler Kreistag.
Die Spende erfolgte in zwei Tranchen zu je 5.000 Euro. Die erste machte AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund bereits im Juli beim Wahlkampfauftakt seiner Partei in Magdeburg publik, damals noch anonym, vor rund 3.000 Anhängern in einer vollen Messehalle. Jetzt ist auch der Name des Spenders bekannt, samt zweiter Tranche und einem persönlichen Bekenntnis.
Seine Begründung lässt an Deutlichkeit nichts offen. Die CDU bewege sich „Schritt für Schritt nach links“ und akzeptiere oder forciere sogar „eine Zusammenarbeit mit linken und linksradikalen Kräften“, schreibt Prange. Teile seiner eigenen Partei würden „dieses Land und ihre eigene Partei an die Linken verraten und verkaufen“.
Wie deutlich Prange seinen Bruch mit dem CDU-Kurs meint, zeigt ein Statement, das NIUS am 19. August veröffentlichte:
„Da Sven Schulze aber den Weg zur Einbindung linker Kräfte bereits eingeschlagen hat und davon auch nicht mehr abrücken möchte, werde ich am 6. September 2026 zur Landtagswahl selbst mein Kreuz bei der AfD machen“ nius.de/politik/cdu-bu…
— NIUS (@niusde_) August 19, 2026
Darin erklärt Prange, weil CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze den Weg zur Einbindung linker Kräfte bereits eingeschlagen habe und davon auch nicht mehr abrücken wolle, werde er selbst am 6. September zur Landtagswahl sein Kreuz bei der AfD machen, in der Hoffnung auf eine absolute Mehrheit für die Partei in Sachsen-Anhalt.
Der Zeitpunkt ist brisant: Umfragen von Ende Juli und Anfang August sahen die AfD bei 41 bis 43 Prozent, die CDU dagegen nur noch bei 23 bis 24 Prozent. Während CDU-Wahlkämpfer wie Komödiant Dieter Hallervorden für die Partei die Werbetrommel rühren, wie F-News in „Wenn der Komödiant Hallervorden CDU-Wahlkampf macht“ beschrieb, wandert die eigene kommunale Basis in Scharen zur AfD ab. Was Siegmund im Fall eines Wahlsiegs plant, hatte F-News bereits in der Übersicht „Das will Siegmund sofort umsetzen, wenn er Ministerpräsident wird“ zusammengefasst.
Ein CDU-Bürgermeister, der seiner eigenen Partei öffentlich Verrat vorwirft und der AfD-Konkurrenz eine fünfstellige Spende überweist, ist kein Randphänomen mehr, sondern ein Symptom. Wenn die eigene kommunale Basis der Parteispitze offen die Gefolgschaft aufkündigt, ist die K-Frage in Sachsen-Anhalt längst nicht mehr nur eine Frage der Umfragen.








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