Bürgerkrieg längst vorbei: Noch immer leben fast eine Million Syrer in Deutschland

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Der Bürgerkrieg in Syrien ist seit eineinhalb Jahren vorbei. Trotzdem lebten am 30. Juni 2026 noch 915.840 syrische Staatsangehörige in Deutschland. Das geht aus einer aktuellen Mitteilung des Deutschen Bundestages und der zugrunde liegenden Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD hervor. Ende 2025 waren es 936.286. Der Bestand sank in sechs Monaten damit lediglich um 20.446 Personen.

70.018 Syrer verfügten über eine Niederlassungserlaubnis, 640.304 über eine Aufenthaltserlaubnis. Darunter waren 193.373 anerkannte Flüchtlinge, 283.981 subsidiär Schutzberechtigte und 6.765 Personen mit Abschiebeverbot. Weitere 156.185 hatten eine Aufenthaltserlaubnis auf anderer Grundlage. 61.370 Syrer besaßen eine Aufenthaltsgestattung, 134.292 fielen unter „Sonstiges“, etwa wegen eines beantragten Aufenthaltstitels oder einer Fiktionsbescheinigung.

Ausreisepflichtig waren 9.856 syrische Staatsangehörige. 6.781 davon besaßen eine Duldung, 3.075 nicht. Seit dem Amtsantritt der Bundesregierung im Mai 2025 wurden dennoch erst vier Syrer nach Syrien abgeschoben. Die Bundesregierung erklärt dazu lediglich, sie arbeite an weiteren Rückführungen und führe intensive Gespräche mit den syrischen Stellen.

Auch die freiwillige Rückkehr bleibt überschaubar. Von Januar bis Juni 2026 wurden 4.426 freiwillige Ausreisen im Ausländerzentralregister erfasst. 2.736 davon wurden staatlich gefördert, 1.690 erfolgten ohne Förderung. Ende Juli lagen weitere 478 Anträge für 905 Personen vor. F-NEWS hatte bereits über die Debatte um eine Rückkehrprämie von bis zu 8.000 Euro berichtet.

Während andere Aufnahmeländer eine breite Rückkehrbewegung melden, bleibt Deutschland weiterhin das Ausnahmeziel. Bereits im Frühjahr zeigte sich, dass von 1,6 Millionen Heimkehrern aus den damaligen Aufnahmeländern nur rund 6.100 aus Deutschland kamen. F-NEWS berichtete über diese auffällige deutsche Sonderentwicklung.

Gleichzeitig ging die Zuwanderung weiter. Ohne in Deutschland geborene Kinder lag die Nettozuwanderung syrischer Staatsangehöriger 2025 bei 14.399 Personen. Von Januar bis Juni 2026 kamen netto weitere 353 hinzu. Die Fragesteller verweisen zudem auf 492.000 Syrer in der Grundsicherung und 34.790 noch offene Asylverfahren.

Bei der Überprüfung bestehender Schutztitel geht es nur langsam voran. Ende Juni waren 17.189 Widerrufsverfahren anhängig. In den ersten sechs Monaten des Jahres wurden 5.604 neue Verfahren angelegt. Über 8.306 Fälle wurde entschieden. In 1.937 Fällen kam es zu einem Widerruf oder einer Rücknahme, in 6.369 Fällen blieb der Schutz bestehen.

Besonders deutlich wird der politische Stillstand bei Heimreisen nach Syrien. Wegen unerlaubter Heimreisen wurden 2025 insgesamt 2.593 Prüfverfahren eingeleitet, von Januar bis Juli 2026 weitere 1.532. Ob daraus tatsächlich Widerrufe folgten, kann die Bundesregierung nicht sagen, weil das BAMF den Widerrufsgrund nur bei der Einleitung erfasst.

Seit Anfang 2023 werden Schutztitel grundsätzlich nur noch anlassbezogen überprüft. Die Bundesregierung behauptet weiterhin, die Veränderungen in Syrien seien für einen allgemeinen Wegfall der Schutzgründe noch nicht dauerhaft genug. So wird aus dem versprochenen Schutz auf Zeit eine dauerhafte Ansiedlung. Fast eine Million Syrer bleiben, während Rückkehr, Widerruf und Abschiebung im Schneckentempo laufen.

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