In Berlin-Friedrichshain ist ein AfD-Wahlkampfteam am Sonntagmorgen beim Anbringen von Plakaten bedrängt und bedroht worden. Das berichtet die Junge Freiheit unter Berufung auf den Berliner AfD-Abgeordneten Frank Scheermesser. Die Polizei rückte demnach mit mehreren Fahrzeugen an.
Scheermesser schilderte, die Helfer hätten gerade Plakate geklebt, als ein Mann laut schreiend auf sie zugestürmt sei. Um ihn auf Abstand zu halten, sei Pfefferspray eingesetzt worden. Anschließend habe der Mann Bewohner alarmiert; kurz darauf sei eine größere Gruppe erschienen und habe die Wahlkämpfer lautstark bedrängt.
Ein von der Jungen Freiheit veröffentlichter X-Beitrag zeigt die angespannte Situation sowie eintreffende Polizeikräfte. Welche politische Zugehörigkeit sämtliche Beteiligten hatten und was der Auseinandersetzung im Einzelnen vorausging, lässt sich aus den Aufnahmen allein nicht abschließend feststellen. Eine gesonderte öffentliche Mitteilung der Berliner Polizei zu dem Vorfall war bis zum Redaktionsschluss nicht auffindbar.
Verletzt wurde nach den bislang vorliegenden Angaben niemand. Nach dem Polizeieinsatz konnte das AfD-Team seine Arbeit fortsetzen. Der Vorfall zeigt dennoch, wie schnell selbst das schlichte Aufhängen von Wahlplakaten zu einer gefährlichen Situation werden kann.
Dass Angriffe und Einschüchterungen im Wahlkampf kein Randphänomen mehr sind, belegen auch die offiziellen Zahlen. F-News hat die Angriffe auf Parteien und ihre Einrichtungen im Jahr 2025 ausgewertet. Besonders häufig betroffen waren demnach die AfD und ihre Wahlwerbung.
Auch tätliche Angriffe auf Mandatsträger treffen AfD-Politiker überdurchschnittlich oft. Die entsprechenden Zahlen und Fälle finden sich in unserem Beitrag „Wenn der Mob vor der Haustür steht“.
Wer Wahlkampfhelfer bedroht oder vertreiben will, greift nicht nur eine Partei an. Er versucht, politische Beteiligung auf offener Straße mit Einschüchterung zu verhindern. Eine freie Wahl beginnt jedoch lange vor dem Gang zur Urne – und sie setzt voraus, dass Helfer aller zugelassenen Parteien ohne Angst für ihre Positionen werben können.








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