Der Bundestag hat in einer hib-Kurzmeldung neue Zahlen zu Angriffen auf Politiker, Parteibüros und Wahlplakate veröffentlicht. Grundlage ist die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion, Bundestagsdrucksache 21/5964. Die Zahlen stammen aus dem kriminalpolizeilichen Meldedienst Politisch motivierte Kriminalität und beziehen sich auf das Jahr 2025.
Der Befund ist deutlich: Im Gesamtjahr 2025 wurden 5.140 Straftaten gegen Parteirepräsentanten oder Parteimitglieder registriert. Dazu kamen 845 Straftaten gegen Parteigebäude oder Parteieinrichtungen und 11.800 Straftaten gegen Wahlplakate. Das ist kein Randrauschen des politischen Betriebs mehr. Es ist die hässliche Infrastruktur einer Demokratie, in der Einschüchterung längst zum Begleitgeräusch geworden ist.
AfD bei Angriffen auf Repräsentanten vorn
Bei den Straftaten gegen Parteirepräsentanten und Parteimitglieder liegt die AfD mit 1.852 Fällen klar an der Spitze. Davon ordnet die Bundesregierung 1.485 dem Phänomenbereich links zu, 19 dem Phänomenbereich rechts und 328 der sonstigen Zuordnung. Dahinter folgen die CDU mit 1.171 Fällen, die Grünen mit 1.005 Fällen und die SPD mit 804 Fällen.
Noch schärfer wird das Bild bei den Gewaltdelikten. Für das Gesamtjahr 2025 nennt die Bundesregierung 193 Gewaltdelikte gegen Parteirepräsentanten oder Parteimitglieder. 121 davon betrafen die AfD. 103 dieser AfD-Fälle wurden dem linken Spektrum zugeordnet. Bei den Grünen waren es 13 Gewaltdelikte, bei der CDU 12, bei der SPD 12, bei der Linken 16 und bei der FDP 9. Wer politisch über Gewalt redet, kann diese Verteilung nicht seriös übergehen.
Auch bei Äußerungsdelikten liegt die AfD vorne. Insgesamt wurden 1.289 solcher Delikte registriert, darunter Bedrohung, Beleidigung, Nötigung, üble Nachrede, Verleumdung und Volksverhetzung. Auf die AfD entfielen 449 Fälle, auf die Grünen 322, auf die SPD 199 und auf die CDU 172.
Parteibüros: AfD, CDU, Grüne und SPD im Fokus
Bei Parteigebäuden und Parteieinrichtungen wurden im Gesamtjahr 2025 insgesamt 845 Straftaten registriert. Die AfD kommt hier auf 239 Fälle, die CDU auf 199, die Grünen auf 137 und die SPD auf 133. Bei der AfD wurden 215 dieser Fälle dem linken Spektrum zugeordnet. Bei der CDU waren es 95 linke und 10 rechte Zuordnungen, bei den Grünen 18 linke und 26 rechte, bei der SPD 32 linke und 31 rechte.
Die häufigste Deliktsgruppe in diesem Bereich ist Sachbeschädigung. Insgesamt zählt die Drucksache 201 Sachbeschädigungen an AfD-Einrichtungen, 164 bei der CDU, 110 bei der SPD, 106 bei den Grünen und 80 bei der Linken. Brandstiftungsdelikte gab es nach den Tabellen bei AfD, Grünen und CSU. Ein Sprengstoffdelikt wurde bei den Grünen registriert.
Wahlplakate: Masse statt Einzelfall
Besonders groß ist die Zahl bei Wahlplakaten. Für das Gesamtjahr 2025 nennt die Bundesregierung 11.800 Straftaten mit dem Unterangriffsziel „Wahlplakat“. Die AfD liegt mit 3.247 Fällen knapp vor den Grünen mit 3.172 Fällen. Danach folgen CDU mit 2.234, SPD mit 2.102, Linke mit 1.075 und FDP mit 769 Fällen.
Auch hier ist die Zuordnung politisch aufschlussreich. Bei AfD-Wahlplakaten wurden 2.000 Fälle dem linken Spektrum zugeordnet. Bei Plakaten der Linken wurden 548 Fälle dem rechten Spektrum zugerechnet, bei den Grünen 329, bei der SPD 291, bei der CDU 217. Ein großer Teil bleibt allerdings in der Kategorie „Sonstige Zuordnung“. Das ist der nüchterne Hinweis darauf, dass nicht jede Zerstörung eines Plakats automatisch ein ideologisch sauber einsortierter Täter ist.
Keine Systematik, aber ein Muster
Interessant ist auch die Antwort auf die Frage nach organisierter Einschüchterung. Die Bundesregierung erklärt, ihr lägen derzeit keine Erkenntnisse vor, die auf eine systematisch geplante Einschüchterung oder Bedrohung von AfD-Mitgliedern oder potenziellen AfD-Wählern schließen lassen. Gleichzeitig wurden im Gemeinsamen Extremismus- und Terrorismusabwehrzentrum links im Jahr 2025 elf einschlägige Sachverhalte thematisiert, sieben davon betrafen die AfD. Im GETZ rechts wurde laut Antwort kein entsprechender Sachverhalt mit AfD-Bezug behandelt, aber vier mit Bezug zu anderen Parteien.
Das ist der politische Kern dieser Zahlen. Die Bundesregierung sieht keine belegte systematische Einschüchterung. Die Statistik zeigt aber ein robustes Muster: AfD-Vertreter, AfD-Büros und AfD-Plakate sind besonders häufig betroffen, bei Gewalt gegen Repräsentanten sogar mit großem Abstand. Wer sonst gern von „Hass und Hetze“ spricht, müsste hier genauer hinschauen, nicht wegmoderieren.
Demokratie wird nicht nur im Plenarsaal beschädigt. Sie wird auch dort beschädigt, wo Scheiben eingeschlagen, Büros beschmiert, Plakate heruntergerissen und politische Gegner körperlich angegriffen werden. Die Zahlen aus der Bundestagsdrucksache machen sichtbar, was in der öffentlichen Debatte oft gefiltert wird: Politische Gewalt ist kein abstraktes Problem. Sie trifft konkrete Parteien, konkrete Menschen und konkrete Orte. Und sie trifft nicht immer die, die im medialen Schutzraum am lautesten beklagt werden.






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