Bereiten Medien die Legalisierung der Leihmutterschaft vor?

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Seit der Kontroverse um Jens Spahn und das durch eine Leihmutter ausgetragene Kind wird in Deutschland wieder auffällig intensiv über Leihmutterschaft gesprochen. Demo für Alle greift deshalb die Frage auf, ob Medien die Bevölkerung bereits auf eine Legalisierung einstimmen. Der Verdacht ist nicht aus der Luft gegriffen: Was bislang als ethische Grenzüberschreitung galt, wird zunehmend als private Familienentscheidung erzählt.

In einem weiteren Beitrag stellt die Initiative bewusst die Perspektive der Betroffenen in den Mittelpunkt. Unter dem Titel „Leihmutterschaft: Die gekauften Kinder vermissen ihre Mutter“ geht es um jene Kinder, deren Geschichte mit einer vertraglich geplanten Trennung beginnt. Neun Monate Schwangerschaft werden in der üblichen Debatte gern zur medizinischen Dienstleistung verkürzt. Die Bindung zwischen der Schwangeren und dem Kind verschwindet sprachlich hinter Begriffen wie Kinderwunsch, Vielfalt und Selbstbestimmung.

Genau diese Verschiebung ist politisch entscheidend. Eine Legalisierung beginnt nicht erst mit einem Gesetzentwurf. Sie beginnt damit, dass Begriffe neu besetzt werden. Aus der Mutter wird eine „Austragende“, aus der Trennung ein geregelter Vorgang und aus dem Kind die Erfüllung eines Wunsches. Die Risiken für Frauen und Kinder wirken dann wie lästige Einwände gegen eine angeblich moderne Familienpolitik.

Ob dahinter eine abgestimmte Medienkampagne steht, lässt sich ohne Belege nicht behaupten. Die Wirkung der Berichterstattung kann dennoch dieselbe sein: Ein Einzelfall erzeugt Aufmerksamkeit, emotionale Geschichten normalisieren das Verfahren und schließlich erscheint das bestehende Verbot als rückständig. F-NEWS hat diese Entwicklung schon im Beitrag „Kinder auf Bestellung: Wie Deutschland die Leihmutterschaft salonfähig macht“ beschrieben.

Besonders brisant ist, wie schnell Kritik moralisch aussortiert wird. Wer Leihmutterschaft als Geschäft mit dem Körper einer Frau und dem Leben eines Kindes bezeichnet, muss inzwischen damit rechnen, nicht als Kritiker, sondern als Störenfried behandelt zu werden. In dem früheren Kommentar „Meine Meinung zu Leihmutterschaft und Co. ist mutmaßlich nicht mehr erlaubt“ ging es genau um diese Verengung des Sagbaren.

In Deutschland ist Leihmutterschaft weiterhin verboten. Das Verbot schützt nicht nur eine traditionelle Vorstellung von Familie. Es soll verhindern, dass Schwangerschaft vertraglich verfügbar wird, wirtschaftlich schwächere Frauen als Anbieterinnen dienen und Kinder zum Gegenstand einer Bestellung werden. Wie real diese Gefahr ist, zeigt auch der F-NEWS-Bericht über die internationale Leihmutterschaftsindustrie.

Die Debatte darf deshalb nicht beim Glück der Bestelleltern stehen bleiben. Entscheidend sind die Rechte der Frau, die das Kind austrägt, und des Kindes, das zu den Bedingungen eines Vertrages geboren wird. Wenn Medien diese beiden Seiten ausblenden und fast nur den erfüllten Kinderwunsch zeigen, berichten sie nicht bloß über eine mögliche Legalisierung. Sie liefern bereits deren emotionale Gebrauchsanweisung.

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