Wuppertal: Polizei findet 3D-gedruckte Schusswaffen und Munition

|

|

·

In Wuppertal hat die Polizei bei einer Durchsuchung mehrere mutmaßlich per 3D-Druck hergestellte Schusswaffen, scharfe Munition und verbotene Waffenteile sichergestellt. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft Wuppertal mitteilen, richtet sich das Verfahren gegen einen 55-jährigen Mann aus der Elberfelder Südstadt.

Ausgelöst wurde der Einsatz durch den Arbeitgeber des Beschuldigten. Bei einer routinemäßigen Kontrolle von Firmencomputern seien Dateien zum Bau von Schusswaffen entdeckt worden, die ein Mitarbeiter heruntergeladen und gespeichert haben soll. Bei der anschließenden Kontrolle seines Spinds fand der Arbeitgeber nach Angaben der Ermittler eine scharfe Schusswaffe und verständigte die Polizei.

Die Staatsanwaltschaft erwirkte daraufhin beim Amtsgericht Wuppertal einen Durchsuchungsbeschluss. Weil die Ermittler von weiterer Bewaffnung ausgingen, zogen sie erhebliche Polizeikräfte zusammen. In der Wohnung fanden sie drei unterschiedliche 3D-gedruckte Schusswaffen, zahlreiche verbotene Bauteile, eine größere Menge scharfer Munition, zehn erlaubnisfreie Waffen sowie zwei 3D-Drucker. Einer der Drucker soll beim Zugriff noch gelaufen sein.

Nach der gemeinsamen Erklärung stießen die Beamten außerdem auf Hinweise, dass der bislang unbescholtene Beschuldigte in den vergangenen Jahren rechtsextreme Inhalte im Netz gelikt hatte. Gefunden worden sei auch eine Anstecknadel mit Hakenkreuzsymbol. Ein politisches Motiv für die Bewaffnung habe der Mann in seiner Vernehmung bestritten. Die Ermittlungen zur Motivlage dauern an.

3D-Drucker sind längst keine harmlosen Bastelgeräte mehr, wenn aus digitalen Bauplänen funktionsfähige Waffen entstehen. Der Wuppertaler Fall zeigt, wie schnell der Übergang vom Download zur realen Bewaffnung erfolgen kann. Dass bereits der Arbeitgeber aufmerksam wurde und die Polizei einschaltete, verhinderte womöglich Schlimmeres.

Bei einer Verurteilung wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz drohen dem 55-Jährigen laut Polizei und Staatsanwaltschaft sechs Monate bis fünf Jahre Freiheitsstrafe. F-NEWS berichtete zuletzt über den Waffenfund bei einem Mann in Nordrhein-Westfalen und über die Ermittlungen gegen einen mutmaßlichen Anführer einer Online-Terrorgruppe. Auch in Wuppertal wird nun entscheidend sein, was die Auswertung der Waffen, Drucker und Datenträger ergibt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Wir brauchen Ihre Unterstützung

Jeder Beitrag hilft - vielen lieben Dank!

Weiterlesen