Volkswagen verschärft seinen Sparkurs drastisch. Der Aufsichtsrat hat am Donnerstag den „Zukunftsplan 2030“ beschlossen: Bis zu 50.000 weitere Stellen sollen wegfallen, das Modellangebot soll etwa halbiert werden. Gleichzeitig räumt der Konzern ein, dass in Europa Überkapazitäten von rund 500.000 Fahrzeugen bestehen.
Besonders alarmierend ist die Lage an vier deutschen Standorten. Für Emden und Zwickau ist ab 2031, für Hannover ab 2032 und für Neckarsulm ab 2034 keine wettbewerbsfähige Folgebelegung gesichert. Volkswagen will nun nach „alternativen Verwendungsmöglichkeiten“ suchen. Das bedeutet im Klartext: Eine Produktionsperspektive gibt es für diese Werke bislang nicht.
Eine sofortige Werksschließung wurde zwar nicht beschlossen. Doch das ist kein Freispruch für die Belegschaften. Betriebsrat und IG Metall betonen, kein Standort werde aufgegeben. Entscheidend bleibt aber, ob VW bis zu den genannten Jahren tatsächlich neue Modelle oder andere tragfähige Aufgaben an die Werke verteilt. Bis dahin bleibt die Zukunft von Tausenden Arbeitsplätzen offen.
Auch Osnabrück bleibt ein Sorgenkind. Für das Werk mit mehr als 2.000 Beschäftigten steht die bisherige Autoproduktion vor dem Aus; als Ausweg wird über eine Zusammenarbeit mit einem israelischen Rüstungskonzern verhandelt. F-NEWS berichtete bereits über die möglichen Rüstungspläne für Osnabrück. Statt Autos könnten dort künftig Komponenten für das Abwehrsystem Iron Dome entstehen.
VW-Chef Oliver Blume verkauft das Paket als Stärkung des Konzerns. Für die Beschäftigten liest es sich anders: 50.000 Stellen weniger, vier Werke ohne gesicherte Zukunft und eine Modellpalette, die zusammengestrichen wird. Der Umbau ist die Reaktion auf den Preisdruck chinesischer Hersteller, schwache Nachfrage in Europa und Belastungen durch US-Zölle.
Die Krise betrifft nicht nur Volkswagen. Schon im Sommer hatte F-NEWS über den Stellenabbau bei BMW und über die zunehmende Konkurrenz aus China berichtet. Der heutige VW-Beschluss zeigt, wie weit der Niedergang der deutschen Autoindustrie bereits fortgeschritten ist.
Quellen: Tagesschau, Associated Press.







