Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Linken-Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak wegen des Anfangsverdachts der Urkundenfälschung. Wie BILD berichtet, geht es um einen mutmaßlich gefälschten Besucherausweis für den Bundestag. Koçak soll das Dokument selbst hergestellt und anschließend einer dritten Person überlassen haben.
Ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft bestätigte dem Blatt, dass gegen einen 47-jährigen Bundestagsabgeordneten ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde. Weitere Details nennt die Behörde mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht. Der Vorwurf steht damit im Raum, eine abschließende rechtliche Bewertung gibt es noch nicht.
Koçak sitzt seit 2025 für Die Linke im Bundestag. Zuvor gehörte er dem Berliner Abgeordnetenhaus an. Gerade bei einem Mandatsträger wiegt der Verdacht schwer: Besucherausweise regeln den Zugang zum Parlament. Wer ein solches Dokument fälscht oder weitergibt, würde nicht nur Regeln umgehen, sondern das Vertrauen in die Sicherheitsvorkehrungen des Bundestags beschädigen.
Die Staatsanwaltschaft spricht bisher ausdrücklich nur von einem Anfangsverdacht. Es gilt die Unschuldsvermutung. Klar ist aber auch: Ein Abgeordneter, gegen den wegen eines mutmaßlich gefälschten Bundestagsausweises ermittelt wird, kann sich nicht hinter allgemeinen Phrasen über Demokratie und Rechtsstaat verstecken. Er muss den Vorwurf vollständig aufklären.
F-NEWS berichtete zuletzt darüber, wie Plagiats-Politiker trotz entwerteter Titel Karriere machen. Auch beim Ausschluss von Kandidaten vor einer Wahl wurde deutlich, wie unterschiedlich der politische Betrieb mit Rechtsstaatsfragen umgeht. Nun muss sich zeigen, ob die Ermittler gegen Koçak konsequent arbeiten dürfen und ob der Betroffene selbst Stellung nimmt.








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