US-Präsident Donald Trump hat per Executive Order einen nationalen Notstand für das amerikanische Hochspannungsnetz ausgerufen. Wie das Weiße Haus mitteilt, sollen bestimmte im Ausland hergestellte Komponenten künftig nicht mehr gekauft, eingeführt, übertragen oder installiert werden dürfen. Im Visier stehen Transformatoren, Schalttechnik, Netzspeicher, Wechselrichter, Steuerungen sowie die dazugehörige Software und Fernzugriffe.
Der Erlass betrifft das sogenannte Bulk-Power-System: die großen Übertragungsleitungen ab 69 Kilovolt, Umspannwerke, Kontrollräume und Kraftwerksanlagen. Nicht gemeint ist die örtliche Stromverteilung bis zum einzelnen Hausanschluss. Das Energieministerium soll nun bestimmen, welche Technik und welche Lieferketten ein Sicherheitsrisiko darstellen.
Trump begründet den Schritt mit möglichen digitalen Hintertüren, Fernzugriffen, Sabotage und einer Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten. Werden einzelne Anlagen als riskant eingestuft, kann das Energieministerium nicht nur neue Geschäfte untersagen. Es kann auch Auflagen für bereits verbaute Technik verhängen, etwa deren Überwachung, Isolierung, Austausch oder Entfernung. Dabei soll es die Versorgungssicherheit und verfügbare Ersatzteile berücksichtigen.
China wird im Wortlaut der Anordnung nicht genannt. Die Nachrichtenagentur Reuters ordnet den Beschluss jedoch als Teil des Vorgehens Washingtons gegen technologische Risiken aus China ein. Bereits Ende Juli hatte die Trump-Regierung chinesische Wechselrichter aus dem Umfeld kritischer Energieinfrastruktur ins Visier genommen. Der neue Erlass schafft nun den weitreichenden Rahmen für das gesamte Übertragungsnetz.
Die Botschaft ist eindeutig: Ein Stromnetz ist keine harmlose Ansammlung von Kabeln und Kästen. Wer Transformatoren, Steuerungssoftware oder Fernwartung liefert, kann im Ernstfall eine strategische Schwachstelle schaffen. Deutschland diskutiert derweil über seine eigene fragile Versorgungslage. F-NEWS berichtete bereits über Warnungen von Netzbetreibern vor Strommangel und über die Gefahr von Strom-Lockdowns. Trump behandelt ausländische Netztechnik nun als Frage der nationalen Sicherheit.
Die Behörde hat 120 Tage Zeit, die Regeln für das Vorgehen vorzulegen. Zusätzlich soll sie riskante Geräte erfassen und Vorschläge zu ihrer Sicherung oder ihrem Austausch machen. Für Bundesbeschaffungen soll der Einsatz in den USA gefertigter Energieinfrastruktur Vorrang erhalten. Ausgerechnet dort, wo ein Land am verwundbarsten ist, soll die Abhängigkeit von fremder Technik enden.








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