Schweizer ÖV plant Bargeld-Aus: Papierbillette sollen ebenfalls verschwinden

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Im Schweizer öffentlichen Verkehr soll das Bezahlen mit Bargeld und das Papierbillett schrittweise verschwinden. Ein Bericht des Blick verweist auf Planungen der Branchenorganisation Alliance SwissPass. Bis 2035 soll der digitale Fahrausweis zum Normalfall werden. Wer ohne Smartphone, Karte oder App unterwegs ist, bleibt auf eine Ersatzlösung angewiesen.

Die Richtung ist klar: Automaten mit Bargeldannahme und ausgedruckten Billetten gelten als Auslaufmodell. In ihrem Aktionsplan zur Strategie 2035 nennt die Alliance SwissPass bereits Ende 2026 als ersten Meilenstein für „nationale Alternativlösungen für Papier und Bargeld an Automaten“. Die Organisation bündelt die Schweizer ÖV-Branche und koordiniert das Tarifsystem.

Als Ausweichmodell präsentiert die Branche eine Prepaid-Karte, die mit Bargeld aufgeladen werden kann. Doch das ist kein gleichwertiger Ersatz für einen Fahrschein gegen Münzen oder Scheine: Die Fahrgäste sollen sich zunächst ein zusätzliches Produkt beschaffen, es aufladen und in ein vorgegebenes digitales System einfügen. Spontan ein Billett mit Bargeld kaufen wird damit gerade für Ältere, Kinder, Touristen und Menschen ohne Karte deutlich schwieriger.

Der Umbau trifft nicht nur jene, die kein Smartphone besitzen oder keine App installieren wollen. Barzahlung erlaubt eine Fahrt ohne Datenspur, ohne Kundenkonto und ohne Abhängigkeit von Bank, Akku oder Netz. Mit digitalem Ticketverkauf wird Mobilität dagegen an technische und finanzielle Voraussetzungen geknüpft.

Der Schweizer ÖV ist Service public. Gerade deshalb ist es ein gefährlicher Kurs, den Zugang zur Bahn an Karten, Apps und digitale Identitäten zu binden. Schweden hat zuletzt erkannt, dass grundlegende Dienstleistungen nicht einfach bargeldlos werden dürfen. In der Schweiz läuft die Branche in die entgegengesetzte Richtung.

Der Fall zeigt, wie Bargeld nicht mit einem großen Verbot verschwindet, sondern Schritt für Schritt aus dem Alltag gedrängt wird. F-NEWS berichtete bereits, warum die Bargeldverordnung der EU keinen verlässlichen Schutz bietet. Wenn selbst der Ticketkauf nicht mehr bar möglich ist, wird die versprochene Zahlungsfreiheit zur leeren Formel.

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