Schwarz-Rot legt beim Bundeshaushalt 2027 kräftig nach. Wie der Bundestag mitteilt, soll der Bund im kommenden Jahr im Kernhaushalt 555,4 Milliarden Euro ausgeben dürfen. Das wären 30,9 Milliarden Euro oder 5,9 Prozent mehr als 2026. Gleichzeitig soll die Nettokreditaufnahme von 98 auf 118,7 Milliarden Euro steigen.
Damit nimmt die Regierung 20,7 Milliarden Euro mehr neue Kredite auf als im laufenden Jahr. Von den 118,7 Milliarden Euro entfallen laut dem Regierungsentwurf 33,4 Milliarden Euro auf den Spielraum der regulären Schuldenregel. Dieser soll vollständig ausgeschöpft werden. Weitere 85,4 Milliarden Euro sind über die grundgesetzliche Ausnahme für Verteidigungs- und sicherheitspolitische Ausgaben vorgesehen.
Der Löwenanteil des Kernhaushalts geht erneut an Arbeit und Soziales: Der Etat soll auf rund 201,5 Milliarden Euro wachsen, 4,1 Milliarden Euro mehr als 2026. Besonders steil steigt der Verteidigungsetat von 82,7 auf 109,8 Milliarden Euro. Für Verkehr sind dagegen 26,4 Milliarden Euro eingeplant, nach 27,9 Milliarden Euro im laufenden Jahr.
Als Investitionen weist die Bundesregierung 56,3 Milliarden Euro aus; bereinigt um finanzielle Transaktionen sind es 50 Milliarden Euro. Gleichzeitig klettern die Zinsausgaben auf rund 41,9 Milliarden Euro. Das sind 11,6 Milliarden Euro mehr als 2026. Geld, das nicht in Straßen, Schulen oder die wirtschaftliche Substanz fließt, sondern für bereits aufgelaufene Schulden aufgebracht werden muss.
Der Entwurf rechnet mit 394,7 Milliarden Euro Steuereinnahmen, 7,5 Milliarden Euro mehr als 2026. Die höheren Einnahmen reichen dennoch nicht aus, um die geplanten Ausgaben zu decken. Zusätzlich gehören Wirtschaftspläne für das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität sowie das Sondervermögen Bundeswehr zum Paket. Ihre Ausgaben werden vollständig über Kredite finanziert.
Schon im Juli hatte F-NEWS über 151 Milliarden Euro neue Schulden und steigende Importpreise berichtet. Der neue Haushaltsentwurf setzt diese Richtung fort: Die Ausgaben wachsen schneller als die Einnahmen, der Kreditrahmen wird bis zum Anschlag genutzt und die Zinslast wird zum eigenen, immer größeren Haushaltsposten. Einen anderen Weg zeigte zuletzt Argentiniens Präsident Javier Milei mit seiner Sparregel für Politiker.






