Nigeria: Mindestens 24 Christen bei nächtlichem Angriff getötet

Im nigerianischen Bundesstaat Plateau sind bei einem nächtlichen Angriff mindestens 24 Christen getötet worden. Das berichtet Kirche in Not unter Berufung auf den International Christian Concern (ICC). Die Tat ereignete sich demnach in den frühen Morgenstunden des 18. August in Bin Mper im Bezirk Kombun des Verwaltungsgebiets Mangu.

Als die Familien am Dienstag zusammenkamen, um ihre Toten zu bestatten, sprach die Regierung des Bundesstaates von einem „gemeldeten Angriff“ und kündigte Ermittlungen an. Gouverneur Caleb Mutfwang habe die Sicherheitsbehörden angewiesen, in Bin Mper, Kombun und weiteren besonders gefährdeten Ortschaften stärker zu patrouillieren. Für die Opferfamilien kommt diese Anordnung nach dem Blutbad.

Nach Angaben lokaler Gemeindeverantwortlicher war die Gewalt nicht aus dem Nichts gekommen. Jonathan Kyesmang von der Mwaghavul Youth National Association schilderte eine Kette von Angriffen: Zunächst sei ein junger Mann aus Mangu angegriffen worden und später seinen Verletzungen erlegen. Danach seien Häuser und Hütten niedergebrannt und Ernten zerstört worden. Der Angriff auf Bin Mper war demnach der jüngste, besonders folgenschwere Teil dieser Serie.

Kyesmang betonte zugleich, die Täter stünden nicht stellvertretend für alle Fulani-Gemeinschaften in Plateau. Viele Fulani lebten seit langem friedlich mit anderen Gruppen zusammen. Er äußerte jedoch den Verdacht, hinter der wiederkehrenden Gewalt stehe der Versuch, angestammtes Land unter Kontrolle zu bringen. Genau dieser Vorwurf wird in den betroffenen ländlichen Regionen seit Jahren erhoben: Menschen verlieren nicht nur Angehörige, sondern auch Häuser, Felder und die Lebensgrundlage ihrer Familien.

Plateau gehört zu den Teilen Nigerias, in denen christliche Dorfgemeinschaften immer wieder Angriffen, Vertreibung und Zerstörung ausgeliefert sind. F-NEWS berichtete erst kürzlich über die Warnung von UN-Experten vor Gewalt gegen christliche Frauen und Mädchen in Nigeria. Auch der frühere Bericht über die Verfolgung christlicher Frauen durch Boko Haram zeigt, wie regelmäßig das Leid religiöser Minderheiten in Nigeria außerhalb des Landes kaum noch wahrgenommen wird.

Dass die Behörden nun mehr Überwachung und Patrouillen ankündigen, ist notwendig. Doch die wiederholten Massaker legen nahe, dass bloße Reaktionen nach der Tat nicht reichen. Wer in abgelegenen Dörfern nachts um sein Leben fürchten muss, braucht Schutz, bevor wieder Trauernde an offenen Gräbern stehen. Der Westen redet viel über Menschenrechte – wenn Christen in Nigeria ermordet werden, bleibt es dagegen oft bei kurzen Verlautbarungen und folgenlosem Mitgefühl.

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