Während die österreichische Bundesregierung ihren „Krisenmechanismus“ zur Spritpreissenkung als großen Wurf verkauft, rechnet die FPÖ vor, dass davon im besten Fall 10 Cent pro Liter übrig bleiben – und auch das nur unter bestimmten Voraussetzungen. Laut FPÖ-Aussendung will Bundesparteiobmann Herbert Kickl in der Sondersitzung des Nationalrats ein eigenes Modell einbringen, das deutlich tiefer ansetzt: ersatzloses Streichen der CO2-Steuer plus Halbierung der Mineralölsteuer – macht 44 Cent weniger beim Benzin, 40 Cent beim Diesel, sofort und ohne Bedingungen.

Der Ampel-Mechanismus greift laut FPÖ nur, wenn die Preise im Zweimonatsvergleich um mehr als dreißig Prozent steigen. Bis dahin zahlen Pendler und Familien weiter den vollen Preis. Kickl nennt das beim Namen: Placebo, Murks, bekannt bereits von den gescheiterten Eingriffen bei Miet-, Strom- und Lebensmittelpreisen.

Die Rechnung dahinter

Das FPÖ-Modell kostet den Staat rund 3,4 Milliarden Euro pro Jahr an entgangenen Steuereinnahmen. Die Gegenfinanzierung liefert die Partei gleich mit: Österreich haftet über den EU-Beitragsschlüssel (2,65 %) für rund 2,4 Milliarden Euro aus dem 90-Milliarden-Euro-Kredit, den der EU-Gipfel am 18. Dezember 2025 an die Ukraine beschlossen hat – 60 Milliarden davon für Waffen, 30 für den Kiewer Staatshaushalt. Da dieser Kredit nach Einschätzung von EU-Ökonomen de facto nie zurückgezahlt wird, rechnet Kickl diese 2,4 Milliarden als realen Verlust für den österreichischen Steuerzahler. Die verbleibende Milliarde soll über das Streichen ideologischer Klima– und Transformationsförderungen sowie Konjunktureffekte durch mehr Tanktourismus hereinkommen.

Das Preisbild laut FPÖ-Kalkulation: Beim Ampel-Modell landet Diesel bei rund zwei Euro, Super-Benzin bei 1,75 Euro. Nach dem FPÖ-Modell wären es 1,50 Euro (Diesel) und 1,30 Euro (Super-Benzin). Klingt abstrakt – bei einer Tankfüllung von 50 Litern wäre das ein Unterschied von über 20 Euro.

Kickls Botschaft an Kanzler Stocker ist direkt: Wer Geld für Kriegskredite hat, aber nicht für die eigenen Pendler, setzt Prioritäten falsch. Ob ÖVP und Ampelpartner das FPÖ-Modell in der Sondersitzung mitragen, wird zeigen, auf welcher Seite der Zapfsäule die Regierung steht.

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Entdecke mehr von F-NEWS

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen