KI-Gigant gegen Salzsee: Utah wehrt sich gegen O’Learys Rechenzentrum

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KI-Illustration: Protest gegen ein Rechenzentrum am Großen Salzsee in Utah
KI-generierte redaktionelle Illustration

Am Großen Salzsee in Utah formiert sich Widerstand gegen eines der gewaltigsten KI-Projekte der Welt. Hunderte Einwohner gingen auf die Straße, Tausende legten Widerspruch gegen Wasserpläne ein. Ihr Gegner ist das „Stratos Project“ des kanadischen Investors und Fernsehunternehmers Kevin O’Leary: ein gigantischer Daten- und Energiecampus im Box Elder County nördlich des bereits bedrohten Salzsees.

Die ursprüngliche Projektzone umfasste 40.000 Acres, mehr als 160 Quadratkilometer. Nach Berichten aus Utah war für den Vollausbau eine Leistung von bis zu neun Gigawatt im Gespräch – mehr als doppelt so viel wie beim bislang größten US-Rechenzentrum. Das Gelände soll nicht nur Serverhallen, sondern auch eigene Energieanlagen für KI, Cloud-Dienste und militärisch relevante Rechenleistung aufnehmen.

Der Standort ist hochexplosiv. Der Große Salzsee schrumpft seit Jahren; freigelegter Seeboden kann belasteten Staub in die dicht besiedelte Wasatch-Front tragen. Anwohner fürchten zusätzlichen Wasserverbrauch, Luftverschmutzung, steigende Stromkosten und einen massiven Eingriff in Landschaft und Tierwelt. Bei Protesten am Kapitol und in Brigham City lautete die Botschaft sinngemäß: Menschen und Wasser dürfen nicht dem KI-Geschäft geopfert werden.

Der Aufstand zeigte Wirkung. Mehr als 3.700 Eingaben richteten sich gegen eine Änderung von Wasserrechten; der Antrag wurde daraufhin zurückgezogen. Nach anhaltendem Druck versprach O’Leary im Juni, die wirksame Projektfläche um 75 Prozent zu verkleinern, Flächen für Natur, Landwirtschaft und Wildtierkorridore freizuhalten und zusätzliches Wasser für den Großen Salzsee zu sichern. Der Senat von Utah wertete das als Erfolg des öffentlichen Widerstands.

Bemerkenswert ist, wo dieser Widerstand entsteht: nicht in einer linken Hochburg, sondern im tiefroten Trump-Land. Bei der Präsidentschaftswahl 2024 holten Donald Trump und JD Vance im Box Elder County laut offiziellem Wahlergebnis 22.853 Stimmen beziehungsweise 77,91 Prozent; Kamala Harris kam auf 17,98 Prozent. Utah insgesamt stimmte ebenfalls klar für Trump. Die Proteste sind damit kein Aufstand gegen „America First“, sondern dessen lokale Konsequenz: Die Menschen wollen nicht, dass ein externer Milliardär unter dem Etikett nationaler KI-Stärke Wasser, Landschaft und Infrastruktur ihrer Heimat verplant. Für viele heißt America First offenbar auch: Box Elder zuerst.

Entschieden ist der Streit damit nicht. Die Behörden betonen, dass die eigentlichen Bau-, Wasser- und Umweltgenehmigungen noch ausstehen. Die Projektseite verspricht ein geschlossenes Kühlsystem mit Luftkühlung und ohne dauernden Wasserverbrauch. Das Wasser solle aus bestehenden privaten Rechten stammen, der Campus seinen Strom selbst erzeugen und für Anwohner keine höheren Tarife verursachen. Genau diese großen Versprechen wollen Bürger und Umweltverbände erst unabhängig geprüft sehen.

Die Skepsis ist berechtigt. F-News berichtete bereits, dass Jeff Bezos für den Ausbau einer „Super-KI“ sogar eine Kürzung des Wasserverbrauchs der Menschheit ins Spiel brachte. In Georgia zeigte sich der Konflikt noch unmittelbarer: Rund um ein Meta-Rechenzentrum von Mark Zuckerberg klagten Familien über versiegende oder verschmutzte Brunnen – F-News dokumentierte den Fall.

Utah ist deshalb mehr als ein lokaler Baukonflikt. Hier entscheidet sich, ob Big Tech zuerst gigantische Fakten schaffen darf und die Öffentlichkeit anschließend mit technischen Zusagen beruhigt wird oder ob Wasser, Energiepreise und Lebensraum vor der Genehmigung verbindlich geschützt werden. Dass O’Leary sein Projekt nach den Protesten drastisch zurechtstutzen musste, beweist: Widerstand wirkt. Vertrauen ersetzt er nicht.

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