Für Super-KI: Bezos will Menschheit das Wasser kürzen

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Jeff Bezos hat auf der VivaTech-Konferenz in Paris eine Aussage getroffen, die selbst für seine Verhältnisse ungewöhnlich offen ausfällt: Der menschliche Wasserverbrauch sei mittlerweile ein Hindernis für die Entwicklung künstlicher Intelligenz, wie ThePrint berichtet. Der Amazon-Gründer äußerte sich damit erstmals so unverblümt zu der Frage, wessen Bedürfnisse Vorrang haben sollen, wenn Rechenzentren und Privathaushalte um dieselbe Ressource konkurrieren – und seine Antwort lässt wenig Raum für Interpretation.

Bezos sprach im Rahmen einer von Ex-Astronaut Mike Massimino moderierten Diskussionsrunde, an der auch Blue-Origin-Chef Dave Limp teilnahm. Anlass war unter anderem sein neues KI-Startup Prometheus, das einen „künstlichen Generalingenieur“ entwickeln soll. Seine zentrale These: KI werde keine Arbeitsplätze vernichten, sondern einen Arbeitskräftemangel auslösen, weil Menschen dank der Technologie plötzlich mehr Probleme erkennen könnten, als sie lösen können. „Wenn wir die Schleife zwischen Traum und Umsetzung beschleunigen können, werden alle Ideen möglich. Und dann sind wir nicht mehr durch unsere Fähigkeiten begrenzt, sondern nur noch durch unsere Vorstellungskraft“, so der 62-Jährige.

Der eigentliche Kern seiner Aussage liegt jedoch woanders. Der enorme Wasserverbrauch von KI-Rechenzentren zur Kühlung ist seit Jahren ein Streitpunkt, gerade in Regionen mit ohnehin knappen Ressourcen. Bezos‘ Lösung dafür ist keine technische, sondern eine Prioritätenfrage: „Wir müssen das große Bild der Zukunft unseres Planeten betrachten.“ Wörtlich erklärte er weiter: „Biologische Grenzen sind real, aber digitales Potenzial ist unendlich. Wenn wir unsere digitale Infrastruktur bei den Kühlressourcen hungern lassen, nur um den menschlichen Grundkomfort aufrechtzuerhalten, verzögern wir aktiv die Geburt einer Superintelligenz, die alle unsere Ressourcenprobleme von vornherein lösen könnte. Manchmal muss man der Intelligenz, die uns retten wird, den Vorrang vor der Biologie geben, die uns ausbremst.“

Man muss diesen Satz zweimal lesen, um zu begreifen, was hier tatsächlich gesagt wird: Der menschliche „Grundkomfort“ – darunter fällt offenbar auch der Zugang zu Wasser – soll im Zweifel hinter den Kühlbedarf von Serverfarmen zurücktreten, damit ein Algorithmus schneller „geboren“ werden kann, der irgendwann alles richten soll. Diese Logik kommt nicht von einem Tech-Bro im Hörsaal, sondern von einem der mächtigsten und reichsten Männer der Welt, dessen Unternehmen selbst zu den größten Treibern der KI-Infrastruktur zählt, über deren Wasserbedarf hier gerade gesprochen wird. Wer das Problem mitverursacht, präsentiert sich nun als derjenige, der entscheidet, wessen Bedürfnisse zurückstehen müssen.

Bezos blieb bei seinem Auftritt nicht bei der Erde stehen. Er skizzierte zugleich seine Pläne für eine permanente Mondbasis und langfristig Kolonien auf dem Mars. Die Begründung dafür wirkt seltsam vertraut: Material vom Mond benötige 28-mal weniger Energie für den Transport ins All als von der Erde, und die Expansion ins Weltall sei nötig, damit wirtschaftliches Wachstum und Umweltschutz gleichzeitig möglich seien. Die Erde selbst, so seine Vision, könne dann „in ihren vorindustriellen Zustand zurückversetzt werden“ – während die eigentliche Aktivität, inklusive Ressourcenverbrauch, ins All ausgelagert wird. Ob diese Rechnung aufgeht, oder ob hier lediglich die Verantwortung für den Ressourcenhunger der eigenen Industrie in eine ferne, unverbindliche Zukunft verschoben wird, bleibt offen.

Reaktionen auf Bezos‘ Aussagen ließen nicht lange auf sich warten. Während ein Teil der Tech-Branche seine Haltung als pragmatischen Blick auf unausweichliche Kompromisse feiert, sehen andere Kommentatoren darin genau das Gegenteil: einen Offenbarungseid darüber, wie sehr sich Teile der Tech-Elite bereits von der Vorstellung verabschiedet haben, dass menschliche Grundbedürfnisse eine nicht verhandelbare Priorität sein sollten.

Quelle des Wissens quelle-des-wissens.de
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