Island sagt Nein zu neuen EU-Beitrittsverhandlungen

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Island hat die Wiederaufnahme von Verhandlungen über einen EU-Beitritt abgelehnt. Nach Angaben des öffentlich-rechtlichen Senders RÚV stimmten 52,8 Prozent der Wähler beim Referendum dagegen, die seit 2013 ausgesetzten Gespräche mit Brüssel wieder zu beginnen. 47,2 Prozent votierten dafür.

Wie Associated Press berichtet, war Reykjavík die einzige Region des Landes, in der das Ja-Lager eine Mehrheit erreichte. Außerhalb der Hauptstadt setzten sich die Gegner durch. Die Abstimmung entschied nicht über einen EU-Beitritt selbst, sondern über die Frage, ob Island überhaupt wieder mit Brüssel verhandeln soll.

Die Beitrittsgespräche hatten bereits von 2009 bis 2013 stattgefunden und waren nach einem Regierungswechsel eingefroren worden. Das Parlament beschloss im Mai ein neues Referendum. Für viele Isländer standen dabei die Kontrolle über die reichen Fischgründe, die eigene Währung und die politische Selbstbestimmung im Mittelpunkt.

Die Befürworter hatten vor allem mit geopolitischer Unsicherheit und engerer europäischer Anbindung geworben. Das verfing landesweit nicht. Island bleibt Mitglied von EFTA, EWR und Schengen, ohne sich die vollständige EU-Mitgliedschaft aufzubürden.

Das Ergebnis ist eine deutliche Absage an den Brüsseler Sog. Wer seine Fischerei, seine Währung und seine Gesetzgebung nicht aus der Hand geben will, muss nicht erst den EU-Beitritt vollziehen, um später über verlorene Souveränität zu klagen.

F-NEWS berichtete bereits über den Brüsseler Regelwust im Alltag und über die Debatte um EU-Verträge in der Schweiz.

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