Professor Stefan Homburg befasst sich in seiner neuen Sendung mit dem neu aufgetauchten Tagebuch Anthony Faucis. Die Aufzeichnungen belasteten den früheren US-Gesundheitsberater und stünden im Zusammenhang mit dessen Weigerung, Fragen des Kongresses zur Corona-Politik zu beantworten, so Homburg.
Er verweist auf eine Abstimmung, nach der Fauci wegen Missachtung des Kongresses belangt werden soll. Fauci habe sich bei mehr als 100 Fragen auf sein Aussageverweigerungsrecht nach dem fünften Zusatzartikel der US-Verfassung berufen. Der frühere Präsident Joe Biden habe Fauci für mögliche Straftaten aus dem Zeitraum von 2014 bis Anfang 2025 begnadigt. Homburg zufolge stelle sich deshalb die Frage, in welchem Umfang Fauci sich weiterhin auf dieses Recht berufen könne.
Das Tagebuch hält Homburg für authentisch. Er begründet dies damit, dass sein Inhalt Fauci schwer belaste und Fauci die Echtheit der Dokumente nicht bestritten habe. Nach Homburgs Darstellung verweigere Fauci seit dem Auftauchen der Aufzeichnungen jede weitere Zusammenarbeit mit dem Kongress, weil neue Falschaussagen nicht von Bidens Begnadigung erfasst wären.
Als wichtigsten Fund nennt Homburg Einträge zur Impfstoffzulassung vor der US-Präsidentschaftswahl 2020. Ein Vertrauter Nancy Pelosis habe Fauci demnach über eine geplante Notzulassung für AstraZeneca informiert. Fauci habe anschließend Beamte angerufen und ihnen Unterstützung zugesichert, falls sie die Zulassung vor der Wahl verweigerten. Homburg deutet dies als gezielten Eingriff, um Donald Trumps Projekt „Warp Speed“ und dessen Wiederwahl nicht zu begünstigen.
Weiter stellt Homburg eine interne Notiz Faucis einer späteren Aussage vor dem Kongress gegenüber. In der Notiz habe Fauci Corona mit einer starken Grippewelle verglichen. Wenige Wochen später habe er unter Eid erklärt, die Sterblichkeit sei zehnmal höher als bei Influenza. Homburg bezeichnet diesen Widerspruch als Meineid.
Homburg berichtet außerdem über einen Tagebucheintrag zur damaligen CDC-Chefin Rochelle Walensky. Fauci habe festgehalten, dass sie davon abgehalten worden sei, öffentlich über den fehlenden Schutz der Impfstoffe vor Infektion und Übertragung zu sprechen. Eine solche Aussage hätte nach Faucis eigener Notiz die Akzeptanz eines bivalenten Impfstoffs verringert und die rechtliche Begründung für Impfpflichten geschwächt.
Weitere Einträge beträfen Hinweise auf mögliche Risiken während der Schwangerschaft sowie Fälle von Myokarditis bei jüngeren Männern. Homburg sagt, Fauci habe dabei vor allem öffentliche Reaktionen und die Impfstoffakzeptanz im Blick gehabt. Er verweist außerdem auf einen späteren Fachaufsatz Faucis, in dem dieser gemeinsam mit Koautoren erklärt habe, dass injizierte Impfstoffe gegen Atemwegsviren Infektion und Übertragung grundsätzlich nur unzureichend verhindern könnten.
Zum Laborursprung des Coronavirus führt Homburg aus, Fauci habe bereits Ende Januar 2020 an einer internationalen Telefonkonferenz teilgenommen. Mehrere Teilnehmer hätten einen künstlichen Ursprung für möglich gehalten. Anschließend sei das später in „Nature Medicine“ veröffentlichte Papier „Proximal Origin“ entstanden, das keine Belege für einen Laborursprung festgestellt habe. Homburg sagt, Fauci, Jeremy Farrar und weitere Beteiligte hätten an dem Text mitgewirkt, ohne dass dies im veröffentlichten Beitrag kenntlich gemacht worden sei.
Homburg zieht eine Parallele zu Christian Drosten und dessen veränderter Einschätzung der Gefährlichkeit von Corona im März 2020. F-News hatte bereits Homburgs frühere Aussagen zum „Corona-Mythos“ und zur fehlenden Aufarbeitung wiedergegeben. Zu den Vorwürfen rund um Fauci und den möglichen Laborursprung erschien außerdem der Beitrag „Fauci, Wuhan und die große Vertuschung?“.
Nach Homburgs Darstellung zeigen die Aufzeichnungen, dass die Öffentlichkeit während der Corona-Krise bei der Gefährlichkeit des Virus, dem Nutzen der Impfstoffe und möglichen Risiken getäuscht worden sei. Fauci wolle sich dazu nicht mehr äußern, weil neue Aussagen unter Eid nicht von der Begnadigung erfasst wären.






