Die der Redaktion vorliegende Hochrechnung von Infratest dimap um 22.22 Uhr sieht die AfD in Sachsen-Anhalt bei 44,0 Prozent. In der daraus berechneten Sitzverteilung käme sie auf 39 von 83 Mandaten. Das ist ein historischer Vorsprung, aber noch keine absolute Mehrheit.
Bei 83 Sitzen liegt die absolute Mehrheit bei 42 Mandaten. Der AfD fehlen nach diesem Stand also genau drei Sitze. Bereits kleine Verschiebungen in den noch ausstehenden Ergebnissen können die Sitzverteilung verändern, zumal die Zahl der Mandate auch davon abhängt, welche Parteien die Fünfprozenthürde überspringen.
Die Hochrechnung weist CDU 16, Linke 8, SPD 8, Grüne 8 und BSW 4 Sitze zu. Die FDP bliebe mit 2,5 Prozent draußen. Die AfD wäre damit mit Abstand stärkste Fraktion, müsste für eine eigene Mehrheit aber noch zulegen.
AfD-Bundeschefin Alice Weidel nennt das Ergebnis in einem Interview mit Phoenix einen klaren Regierungsauftrag. Sie kündigte Gespräche mit anderen Parteien an und erklärte, sie hoffe bei einer möglichen Ministerpräsidentenwahl auch auf Tolerierung oder Stimmen aus anderen Fraktionen.
Auch das BSW schließt sachbezogene Zusammenarbeit nicht vollständig aus. Spitzenkandidatin Claudia Wittig sagte bei Phoenix, eine Partei mit mehr als 40 Prozent pauschal auszuschließen, halte sie für undemokratisch. Einen Ministerpräsidenten wolle das BSW allerdings nicht wählen; bei einer Pattsituation sei auch Enthaltung denkbar.
F-NEWS berichtete bereits über die außergewöhnlich hohe Wahlbeteiligung und den Beschluss der Jungen Union Sachsen-Anhalt, die nach dem Ergebnis Rücktritte in der CDU-Spitze fordert. Die jetzige Hochrechnung zeigt: Drei Mandate entscheiden darüber, ob die AfD allein regieren könnte oder ob jede Regierungsbildung auf wechselnde Mehrheiten und Gespräche hinausläuft.








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