Mathias von Gersdorff berichtet in einem am Sonntag veröffentlichten YouTube-Video von einer schweren Eskalation bei einer christlichen Gebetsaktion in Göttingen. Nach seiner Darstellung seien Lebensrechtler von einer großen Gruppe linker Gegendemonstranten bedrängt worden. Die Polizei habe die Christen schließlich bis zu ihren Fahrzeugen begleiten und anschließend aus der Stadt eskortieren müssen.
Gersdorff spricht von rund 200 Gegendemonstranten und einem „massiven, gewaltvollen Angriff“. Zwölf Polizeibeamte seien verletzt worden, zudem seien zahlreiche Rettungswagen im Einsatz gewesen. Die christlichen Teilnehmer hätten zu den von ihm geleiteten Initiativen „Aktion SOS Leben“ und „Herz-Jesu-Apostolat“ gehört. Mit einigen Beteiligten habe er am Morgen nach den Ereignissen gesprochen; sie seien noch immer erschüttert gewesen.
Nach Gersdorffs Schilderung habe sich die Stimmung auf einem zentralen Platz immer weiter aufgeheizt. Unter den Anwesenden seien auch Vertreter der Linkspartei, der Grünen und weiterer linker Gruppen gewesen. Die Polizei habe die drohende Eskalation erkannt und eine Reihe zwischen den christlichen Teilnehmern und der Gegenseite gebildet. Anschließend sei es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Gegendemonstranten und Polizeikräften gekommen, bei denen Zwangsmittel und Pfefferspray eingesetzt worden seien.
Der Polizeibericht der Polizeiinspektion Göttingen bestätigt wesentliche Teile des Ablaufs. Demnach verlief die angemeldete Versammlung „Öffentlicher Rosenkranz gegen Abtreibung“ mit rund 20 Teilnehmern bis zu ihrem Ende friedlich. Erst beim Abmarsch habe sich eine nicht abschließend bezifferte Zahl von Personen aus dem spontanen Gegenprotest in Richtung der Gruppe bewegt und versucht, die Polizeikette zu durchbrechen. Wörtlich heißt es: „Hierbei wendeten sie auch Gewalt gegen Einsatzkräfte an.“ Die Polizei nennt rund 200 einzelne Zwangsanwendungen, darunter Wegschieben, körperliche Gewalt und Pfefferspray. Zwölf Beamte erlitten Reizstoffverletzungen; über verletzte Teilnehmer lagen zunächst keine Erkenntnisse vor. Die genaue Zahl der Beteiligten und mögliche Straftaten würden noch geprüft.
Gersdorff beschreibt die Lage als so bedrohlich, dass die Gebetsaktion vorzeitig beendet worden sei. Die Polizei habe den Teilnehmern erklärt, sie könne die Menge nicht länger aufhalten und wolle nun vor allem dafür sorgen, dass die Gruppe sicher zum Parkhaus gelange. Dort hätten etwa fünf Fahrzeuge mit dem Gepäck der Aktivisten gestanden.
Auch der Rückzug sei nach seiner Darstellung nur unter massivem Polizeischutz möglich gewesen. Gegendemonstranten hätten die Gruppe durch die Stadt verfolgt. Einsatzkräfte hätten deshalb Ein- und Ausgänge des Parkhauses gesichert. Als die Fahrzeuge schließlich losfuhren, habe sich eine Polizeikolonne gebildet, die sie ohne Halt an roten Ampeln aus Göttingen eskortiert habe.
Gersdorff sieht darin eine neue Dimension dessen, was er als linksextremistischen Hass bezeichnet. Er befürchtet weitere Eskalationen bei kommenden Märschen für das Leben in Köln und Berlin. Seine Warnung vor zunehmender linker Gewalt bei politischen Versammlungen verbindet er mit dem Appell, das Demonstrationsrecht, die Meinungsfreiheit und das Versammlungsrecht stärker zu verteidigen.
Zum Schluss ruft Gersdorff zur Unterzeichnung einer in der Videobeschreibung verlinkten Petition auf. Ohne gemeinsamen Widerstand, so seine Einschätzung, könnten konservative und christliche Stimmen künftig aus dem öffentlichen Raum gedrängt werden. Er verweist damit auf eine Entwicklung, die er auch im Zusammenhang mit Angriffen auf katholisch geprägte Gruppen als Bedrohung wahrnimmt. Sämtliche Angaben zu dem Göttinger Geschehen in diesem Beitrag geben Gersdorffs Darstellung aus dem Video wieder.






