Das US-Kriegsministerium hat am 7. August die fünfte Tranche seiner UFO-Akten veröffentlicht. Release 05 des PURSUE-Archivs umfasst 41 Dateien: 22 Dokumente, drei digitale Darstellungen und 16 Videos. Das gesamte Paket ist mehr als 640 Megabyte groß. Die Fälle reichen von historischen Berichten aus den Jahren 1947 bis 1965 bis zu militärischen Aufnahmen aus dem Jahr 2026.
Der auffälligste neue Bericht stammt vom FBI. Ein Zeuge schilderte eine Beobachtung aus Afghanistan im Jahr 2002: Ein riesiges dunkles Dreieck soll lautlos über ihm hinweggezogen sein und dabei einen großen Teil des Sternenhimmels verdeckt haben. Die Akte enthält neben dem Vernehmungsprotokoll auch eine digitale Darstellung. Weitere FBI-Unterlagen behandeln dunkle Dreiecke mit Lichtern über Colorado Springs, langsam fliegende Objekte, auffällige Wärmesignaturen und Gruppen roter Lichter über dem Westen der USA.
Befremdlich ist, dass PURSUE mehrere erst 2026 angefertigte digitale Darstellungen zwischen Akten und echten Videos präsentiert. Es sind keine Aufnahmen der gemeldeten Ereignisse, sondern künstlerische Rekonstruktionen nach Zeugenbeschreibungen. Ob dafür generative KI eingesetzt wurde, legt das FBI nicht offen. Gerade bei einer staatlichen UFO-Offenlegung müsste diese Trennlinie auf den ersten Blick unübersehbar sein.
Die militärischen Videos stammen aus dem Golf von Oman, dem Pazifik und dem Nahen Osten. Sie wurden zwischen 2019 und 2025 aufgenommen und bleiben offiziell ungeklärt. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Regierung darin außerirdische Fluggeräte erkennt. Das Ministerium weist selbst darauf hin, dass Fälle auch deshalb ungelöst bleiben können, weil die vorhandenen Daten für eine eindeutige Bestimmung nicht ausreichen.
Historisch interessant sind ein Bericht über sogenannte Geisterraketen in Schweden von 1947, eine frühe Untersuchung des Air Materiel Command aus den Jahren 1947 und 1948, alte CIA- und Regierungsunterlagen zu Sichtungen bei Puerto Rico und Bahia sowie eine Filmanalyse der bekannten UFO-Aufnahmen aus Montana und Utah. Ein Teil des Materials war Fachleuten bereits bekannt oder lag in anderer Form schon früher vor. Neu ist häufig die Aufnahme in das zentrale PURSUE-Archiv, nicht zwingend der zugrunde liegende Fall.
CBS News hebt vor allem das Afghanistan-Dreieck und die 41 neuen Dateien hervor. In der US-UFO-Szene richtet sich die Aufmerksamkeit derzeit besonders auf die Videos aus dem Nahen Osten. Die ersten Reaktionen fallen dennoch auffallend verhalten aus: Manche Nutzer suchen in einzelnen Sequenzen nach ungewöhnlichen Flugbewegungen, andere sprechen erneut von unscharfen Aufnahmen, fehlenden Messdaten und Material, das ohne technische Einordnung kaum zu bewerten sei.
Eine ausführliche Auswertung der fünften Tranche durch die deutsche UFO-Presse lag bis Redaktionsschluss noch nicht vor. GreWi-Aktuell hatte bereits die vierte Tranche als weit entfernt von dem angekündigten Durchbruch bewertet: viel teils bekanntes Material, wenig wissenschaftliche Begleitung und kein eindeutiger Beleg für außerirdisches Leben. Auch GreWis frühes Fazit zum PURSUE-Projekt lautete, die Veröffentlichung liefere Dokumente und Bilder, aber häufig weder Rohdaten noch eine belastbare fachliche Auswertung. An diesem Grundproblem ändert Release 05 zunächst wenig.
F-News hatte bereits die vierte UFO-Tranche analysiert und bei 205 weiterhin offenen Pentagon-Fällen auf die große Lücke zwischen „ungeklärt“ und „außerirdisch“ hingewiesen. Die fünfte Tranche ist trotzdem relevant: Sie bündelt neue militärische Videos, FBI-Zeugenberichte und historische Akten in einem offiziellen Archiv. Der große Alien-Beweis ist auch diesmal nicht darunter.






