Die USA haben am 10. Juli die vierte Tranche ihrer neuen UFO- und UAP-Akten veröffentlicht. Auf der offiziellen Seite war.gov/UFO führt das Department of War die Veröffentlichung unter dem Programm PURSUE, dem „Presidential Unsealing and Reporting System for UAP Encounters“. Laut Regierungsseite umfasst Release 04 neue Dokumente und Videos; die Downloads werden mit 227 MB für Dokumente und 1,4 GB für Videos angegeben.
Die nüchterne Antwort auf die naheliegende Frage lautet: Nein, auch diese vierte Tranche ist offenbar kein Alien-Hammer. Es gibt neues Material, alte Fälle, historische Dokumente, Infrarotaufnahmen, Weltraumfotos und einige merkwürdige visuelle Anomalien. Aber bislang keinen belastbaren Beweis für außerirdische Besucher, keine geborgene Technologie, keine Leiche aus Hangar 18 und keinen Moment, bei dem selbst Skeptiker die Hände heben müssten.
People berichtet, die neue Veröffentlichung umfasse 40 Dateien: 14 Dokumente, 19 Videos, vier Audioaufnahmen und drei Bilder. Genannt werden unter anderem ein Bericht über eine tödliche militärische Verfolgung eines UFOs aus dem Jahr 1948, eine Konferenz zu den berühmten „grünen Feuerbällen“ über Los Alamos 1949 sowie ein Navy-Bericht von 2019 über ein Objekt mit ungewöhnlichen Flugeigenschaften. Das klingt spannend, bleibt aber zunächst Material für Auswertung, nicht für endgültige Schlussfolgerungen.
Auch die New York Post hebt ein auffälliges Video eines sechszackigen Objekts über dem Gelben Meer hervor, schreibt aber zugleich, dass der Beweis für außerirdisches Leben weiterhin ausbleibt. Damit bleibt die vierte Tranche in derselben Zwischenzone wie die vorherigen Veröffentlichungen: zu interessant, um sie abzuwinken, aber zu dünn, um daraus die große Offenbarung zu machen.
Was sagen die UFO-Experten? Direkt zur vierten Tranche sind am frühen Morgen nach der Veröffentlichung noch kaum belastbare ausführliche Analysen draußen. Die bisherigen Reaktionen auf PURSUE zeigen aber die bekannte Spaltung. Disclosure-Anhänger sehen in jeder Tranche einen weiteren Schritt eines „rollenden Disclosure“-Prozesses. Der Filmemacher Dan Farah etwa hatte frühere Materialien, vor allem eine Apollo-17-Aufnahme, als bedeutsam eingeordnet und auf weitere Freigaben verwiesen. Für diese Seite zählt vor allem: Der Staat gibt Material heraus, das jahrzehntelang hinter Mauern lag.
Das skeptische Lager bleibt deutlich kühler. Der Guardian zitierte nach der dritten Tranche kritische Stimmen, die vor allem fehlenden Kontext, unscharfe Bilder und wenig harte Analyse bemängelten. Auch frühere Einordnungen von Skeptikern wie Michael Shermer, Mick West oder dem ehemaligen AARO-Chef Sean Kirkpatrick liefen im Kern auf dieselbe Aussage hinaus: UAP heißt zunächst nur „nicht identifiziert“, nicht „außerirdisch“. Ohne harte Daten bleibt vieles im Bereich von Sensorartefakten, Fehlinterpretationen, Ballons, Drohnen, Flugzeugen oder schlicht unzureichender Information.
Wired hatte schon zur ersten Veröffentlichung darauf hingewiesen, dass die Akten zwar öffentliches Interesse neu entfachen, aber keine offizielle Anerkennung außerirdischen Lebens enthalten. Genau das gilt auch jetzt. Die Akten sind nicht wertlos. Sie zeigen, dass Militär, Geheimdienste, NASA, FBI und andere Stellen seit Jahrzehnten Material sammeln, das nicht immer sauber erklärt wurde. Aber sie schließen die Lücke zwischen „unverstanden“ und „nichtmenschliche Intelligenz“ nicht.
Für F-News bleibt deshalb die vernünftige Lesart: Die Transparenz ist gut, die Freigabe ist überfällig, und jedes ungelöste militärische UAP-Ereignis gehört öffentlich untersucht. Aber man sollte sich nicht von der Verpackung berauschen lassen. Das Department of War spricht von ungelösten Fällen, nicht von außerirdischen Beweisen. Genau dort liegt der Unterschied zwischen seriöser Neugier und der nächsten Enttäuschungsschleife.
Die vierte Tranche ist also wieder kein großes Finale, sondern ein weiterer Datenhaufen. Für Analysten und UFO-Forscher kann darin durchaus Stoff stecken. Für die Öffentlichkeit bleibt die Bilanz vorerst ernüchternd: mehr Akten, mehr Videos, mehr Fragen. Aber immer noch kein Dokument, das die Tür wirklich aufstößt.



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