Doppelspritze auf Rezept: EU genehmigt Modernas mRNA-Kombiimpfstoff gegen Grippe und Covid

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moderna vaccine on a metal surface
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Die Europäische Kommission hat Moderna grünes Licht für einen neuartigen Kombinationsimpfstoff erteilt, der Grippe und Covid-19 in einer einzigen Injektion vereint. Wie National Law Review informiert, erhielt das Präparat namens mCOMBRIAX (mRNA-1083) am 21. April 2026 die Marktzulassung für alle 27 EU-Mitgliedstaaten sowie Island, Liechtenstein und Norwegen – und gilt damit als weltweit erster zugelassener Kombinationsimpfstoff gegen diese beiden Atemwegserkrankungen.

Zugelassen ist das Mittel für Personen ab 50 Jahren. Moderna-Chef Stéphane Bancel feierte die Entscheidung erwartungsgemäß als Durchbruch: Ein einziges Vakzin für zwei Krankheiten, das die Immunisierung vereinfache und die Resilienz der Gesundheitssysteme stärke. Was der Konzernchef dabei verschweigt: mCOMBRIAX ist Modernas viertes zugelassenes Produkt – und der wirtschaftliche Druck auf den mRNA-Pionier, nach dem pandemiebedingten Umsatzboom neue Einnahmequellen zu erschließen, ist erheblich.

Die Zulassung stützt sich auf eine klinische Phase-3-Studie mit rund 8.000 Teilnehmern in zwei Altersgruppen (50–64 und ab 65 Jahren). Laut Studiendaten wurden die primären Endpunkte zur Nicht-Unterlegenheit gegenüber separat verabreichten Vergleichsimpfstoffen erreicht. Für drei von vier Influenzastämmen sowie SARS-CoV-2 wurden sogar statistisch signifikant höhere Immunantworten gemessen – allerdings nur in der jüngeren Kohorte vollständig. Bei der Gruppe ab 65 Jahren blieb der B/Yamagata-Stamm ohne überlegene Reaktion, was Moderna mit dem lapidaren Hinweis quittiert, dieser Stamm werde in saisonalen Impfstoffen ohnehin nicht mehr empfohlen. Nebenwirkungen seien mehrheitlich Grad 1 oder 2 gewesen, heißt es – also leicht bis moderat.

Was die Mitteilung nicht beantwortet: Wann genau mCOMBRIAX in den einzelnen EU-Ländern tatsächlich verfügbar sein wird, bleibt offen. Die Zulassung gilt zwar EU-weit, doch die nationalen Erstattungs- und Zugangsverfahren laufen separat – ein Prozess, der in der Vergangenheit mitunter Jahre in Anspruch nahm. Moderna versichert, eng mit den nationalen Behörden zusammenzuarbeiten. Für wen das Kombi-Präparat dann tatsächlich infrage kommt und ob es die bisherigen Einzelimpfungen im Gesundheitssystem ersetzen oder ergänzen soll, bleibt einstweilen Auslegungssache.

Kritiker dürften vor allem die Geschwindigkeit registrieren, mit der mRNA-Technologie nun systematisch auf weitere Indikationen ausgedehnt wird – diesmal nicht im Notfallmodus, sondern durch reguläre Marktzulassung. Der nächste Schritt ist bereits absehbar: Modernas saisonaler Grippeimpfstoff mRNA-1010 befindet sich derzeit in der Zulassungsprüfung in der EU, den USA, Kanada und Australien.

Quelle des Wissens quelle-des-wissens.de
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