Ein 20-jähriger österreichisch-türkischer Doppelstaatsbürger durchlief in Österreich ein Deradikalisierungsprogramm – und schoss anschließend in Istanbul auf Polizisten. Beim Schusswechsel am 3. September wurde er getötet. Das berichtet die „Kronen Zeitung“. Türkische Ermittler verdächtigten ihn, dem IS verbunden zu sein und einen Anschlag zu planen.
Seit mindestens November 2025 nahm der Mann laut Bericht am Programm des Vereins Derad teil. Am 28. Mai 2026 verurteilte ihn das Landesgericht Wien wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zu 16 Monaten bedingter und acht Monaten unbedingter Haft. Unter Anrechnung der Untersuchungshaft kam er noch am selben Tag frei.
Besonders schwer wiegt ein weiterer Vorwurf der Zeitung. Ein hochrangiges Derad-Mitglied soll dem Verurteilten bei der Urteilsverkündung verdeckt den erhobenen Zeigefinger als „Tauhid-Gruß“ gezeigt haben. Der Mann habe darauf mit einem Lächeln reagiert.
Im Juli reiste er dem Bericht zufolge widerrechtlich in die Türkei. Dort wurde er nach Zusammenarbeit mit österreichischen Behörden festgenommen, später aber unter Auflagen freigelassen. Bei einem weiteren Polizeieinsatz eröffnete er schließlich das Feuer. In Österreich lief ein Verfahren zur Aberkennung seiner Staatsbürgerschaft.
Programm absolviert, verurteilt, entlassen – und am Ende schießt der Teilnehmer auf Polizisten. In diesem Fall hat die Deradikalisierung ihren Zweck offenkundig verfehlt. Die Teilnahme an Gesprächen darf Behörden nicht als Ersatz für eine belastbare Einschätzung der Gefahr dienen.
F-NEWS berichtete bereits über die FPÖ-Kritik an Deradikalisierungsprogrammen und deren Finanzierung. Auch Stockers angekündigtes Verbot des politischen Islam hatte die Partei als unglaubwürdiges Manöver kritisiert. Der aktuelle Fall verlangt konkrete Antworten von Justiz und Derad zu Betreuung, Entlassung und Gefahrenbewertung.








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