Dänemark zieht jetzt auch Frauen ein: Elf Monate Wehrpflicht, erste Rekruten nach Grönland

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Dänemark hat seine Wehrpflicht massiv ausgeweitet. Rund 1.600 junge Männer und Frauen begannen am 3. August den neuen elfmonatigen Dienst. Bislang dauerte die reguläre Wehrpflicht nur vier Monate. Nach Angaben der dänischen Streitkräfte sollen die Rekruten nicht mehr nur eine kurze Grundausbildung absolvieren, sondern für militärische Aufgaben tatsächlich einsetzbar werden.

Neu ist nicht nur die Dauer. Frauen, die nach dem 1. Juli 2025 ihren 18. Geburtstag hatten, unterliegen grundsätzlich denselben Regeln wie Männer. Sie müssen zur militärischen Eignungsprüfung erscheinen und nehmen am Auslosungsverfahren teil. Gibt es nicht genügend Freiwillige, können auch Frauen zum Dienst verpflichtet werden. Aus Gleichberechtigung wird damit gleiche staatliche Verfügungsgewalt über die Lebenszeit junger Menschen.

Das dänische System ruft zunächst alle betroffenen jungen Staatsbürger zur Prüfung. Wer geeignet ist, kann sich freiwillig melden. Bleiben Plätze offen, entscheidet das Los. Die neue Dienstzeit besteht aus fünf Monaten Grundausbildung und sechs Monaten operativem Dienst samt weiterer Schulung. Damit geht es nicht mehr bloß um einen kurzen Einblick in den Kasernenalltag, sondern um fast ein vollständiges Jahr unter militärischem Befehl.

Ein Teil der Wehrpflichtigen soll bereits im August nach Grönland verlegt werden. Eine Kompanie aus der vorgezogenen elfmonatigen Ausbildung nimmt dort an der Übung „Arctic Endurance“ teil. Die Soldaten sollen nach Darstellung der dänischen Armee auch Aufgaben von Berufssoldaten übernehmen. Verteidigungsminister Jeppe Bruus erklärt offen, die längere Ausbildung solle Wehrpflichtige befähigen, zur militärischen Aufgabenerfüllung in Grönland beizutragen.

Als Begründung dienen die verschärfte Sicherheitslage, Russland und die wachsende Bedeutung der Arktis. Hinzu kommt der Streit mit Washington. Donald Trump hat seine Ansprüche auf die rohstoffreiche Insel wiederholt bekräftigt. F-NEWS berichtete bereits darüber, wie Trump erneut nach Grönland greift. Nun schickt Kopenhagen erstmals Wehrpflichtige in größerem Umfang in die Region und macht aus jungen Rekruten ein sichtbares Zeichen staatlicher Präsenz.

Die dänische Regierung verkauft die Reform als Modernisierung, Verteidigungsfähigkeit und Geschlechtergerechtigkeit. Der Kern bleibt jedoch Zwang: Wenn die Freiwilligen fehlen, entscheidet eine staatliche Ziehung darüber, wer elf Monate seines Lebens abgeben muss. Dass jetzt beide Geschlechter betroffen sind, macht den Eingriff nicht freiheitlicher. Es verteilt ihn lediglich gleichmäßiger.

Deutschland ist von dieser Entwicklung nicht weit entfernt. Während der neue Wehrdienst weiterhin mit Freiwilligkeit beworben wird, bereitet die Bundesregierung bereits Strukturen für einen neuen Zivildienst und eine mögliche Pflichtlösung vor. Dänemark zeigt, wie schnell aus Vorbereitung Realität werden kann: Erst fehlt Personal, dann wird die Dienstzeit verlängert, anschließend erweitert der Staat den Kreis der Pflichtigen.

Besonders brisant ist der Schritt nach Grönland. Wer ausgelost wird, lernt künftig nicht nur Marschieren und Schießen in der Heimat. Er kann nach wenigen Monaten Ausbildung in eine Region geschickt werden, in der Russland, die USA, Dänemark und die NATO um Einfluss ringen. Aus dem Losverfahren wird damit ein geopolitisches Personalprogramm. Die Rechnung zahlen junge Männer und Frauen mit elf Monaten ihres Lebens.

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