Ceuta vor neuem Ansturm am 15. August: Barracken am Strand, Militär in Alarmbereitschaft

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Ceuta kommt nicht zur Ruhe. Am Strand Benítez haben Migranten improvisierte Hütten und Unterkünfte errichtet. Die spanische Exklave an der nordafrikanischen Küste ist weiter überfüllt, während in marokkanischen sozialen Netzwerken bereits für den 15. August zu einem neuen gemeinsamen Ansturm aufgerufen wird.

Der Vertreter der spanischen Regierung in Ceuta schätzte am 5. August, dass sich noch rund 2.500 Migranten in der Stadt aufhielten. Viele warten darauf, in das Aufnahmezentrum CETI zu gelangen oder auf das spanische Festland gebracht zu werden. Le Monde berichtete ebenfalls von einer größeren Ansammlung am Strand Benítez in unmittelbarer Nähe des überlasteten Aufnahmezentrums.

Die jüngsten Grenzübertritte werden von spanischen Sicherheitskreisen inzwischen nicht mehr als bloße spontane Bewegung bewertet. Nach einer Analyse von El País war der vorherige Massenansturm organisiert. Die Mobilisierung lief über soziale Netzwerke und Messenger, falsche Gerüchte über Aufenthaltsrechte verstärkten den Zustrom. F-News hatte über das angebliche „Missverständnis“ als Auslöser bereits berichtet.

Nun kursiert der nächste Termin. Der Aufruf für den 15. August wird nach spanischen Medienberichten in Marokko weit verbreitet. Dabei sollen auch Menschen angesprochen werden, die nicht schwimmen können, sowie Frauen und Mädchen aus weiter entfernten Städten. Die Guardia Civil hält einen neuen Versuch für wahrscheinlich. Wie groß er ausfallen könnte, sei derzeit nicht absehbar.

Madrid reagiert diesmal vorab. Das Verteidigungsministerium hat nach Angaben der Huffington Post España Urlaube und freie Tage von Soldaten in Ceuta gestrichen. Auch die Guardia Civil hat für Ceuta und Melilla Urlaubsbeschränkungen angeordnet. Ceutas Regierungschef Juan Vivas fordert zudem eine einheitliche Einsatzleitung, damit Militär, Polizei und Verwaltung nicht nebeneinander arbeiten.

Die Lage auf See bleibt lebensgefährlich. Nach dem jüngsten Massenansturm ließ Spanien eine neue Barriere im Meer an der Grenze installieren. Die Associated Press berichtete von 67 Toten im Zusammenhang mit den vorherigen Übertrittsversuchen. Soldaten begleiteten Schwimmer zurück, während Rettungskräfte gleichzeitig nach Vermissten suchten.

Ceuta ist damit längst keine kurzfristige Ausnahmelage mehr. Die Stadt dient als überfüllter Warteraum vor der EU, am Strand entstehen provisorische Lager, und der nächste Versuch wird im Internet mit Datum angekündigt. Schon beim vorigen Ansturm zeigte sich, wie schnell aus einer digitalen Mobilisierung eine reale Grenzkrise wird. Einen Überblick über die weiterreisewilligen Migranten und die Belastung der Stadt gibt der frühere F-News-Bericht „Ceuta bleibt unter Druck“.

Am 15. August wird sich zeigen, ob die angekündigten Vorbereitungen diesmal reichen. Dass Militär und Guardia Civil mitten im Sommer ihre Urlaubsplanung stoppen, zeigt jedenfalls: Die spanischen Behörden behandeln den Aufruf nicht als Internetgerücht, sondern als konkrete Gefahr für die Außengrenze Europas.

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