Die Deutsche Bundesbank will den geplanten digitalen Euro in die europäische Bezahl-App Wero einbauen. Bundesbank-Vorstand Lutz Lienenkämper erklärte am 26. August beim Zahlungsverkehrssymposium in Frankfurt, denkbar sei die Integration des digitalen Euro in die Wero-Wallet. Damit rückt ein Szenario näher, in dem Bankkonto, Bezahl-App und digitales Zentralbankgeld auf einer Oberfläche zusammenlaufen.
Wero ist die Bezahllösung der European Payments Initiative. Sie verbindet Überweisungen und Zahlungen mit dem Bankkonto. Der digitale Euro wäre dagegen Zentralbankgeld in elektronischer Form. Noch ist er nicht eingeführt. Doch die Bundesbank macht deutlich, wohin die Reise gehen soll: Nicht mehrere getrennte Bezahlsysteme, sondern eine vernetzte Wallet, in der das staatliche Geldangebot direkt neben dem normalen Bankguthaben liegt.
Für Bürger klingt das bequem. Eine App, wenige Klicks, Zahlung im Laden oder online. Genau diese Bequemlichkeit ist aber der Hebel. Wer seine alltäglichen Zahlungen über eine einzige zentrale Wallet abwickelt, gibt Banken, Zahlungsdienstleistern und staatlichen Stellen einen immer dichteren Einblick in sein Konsumverhalten. Die Bundesbank verspricht hohen Datenschutz. Was eine technische Verknüpfung von Bankkonto, Wero und digitalem Euro in der Praxis bedeutet, ist jedoch offen.
Lienenkämper nennt den digitalen Euro eine Ergänzung zu Bargeld und privaten Zahlungslösungen. Solche Zusagen sind wertlos, wenn der Alltag schrittweise in Apps, Wallets und digitale Identitäten gedrängt wird. Bargeld funktioniert ohne Smartphone, Nutzerkonto, Internetverbindung und Datenprofil. Die vernetzte Zahlungswelt funktioniert genau umgekehrt: Sie braucht Konten, Schnittstellen, Anbieter und Regeln.
Wero soll laut Bundesbank erst von knapp acht Prozent der Befragten genutzt werden; 44 Prozent kennen den Dienst, setzen ihn aber nicht ein. Der digitale Euro könnte der Wero-Wallet neue Reichweite verschaffen. Für den Bürger entsteht damit nicht mehr Wahlfreiheit, sondern ein weiterer Anreiz, den gesamten Zahlungsverkehr in eine kontrollierbare digitale Infrastruktur zu verlagern.
F-NEWS dokumentiert die Entwicklung zum digitalen Euro und dem Kampf um Bargeld fortlaufend. Auch der Einstieg in das Projekt wurde politisch längst vorbereitet, wie die Abstimmung der Volksparteien für den digitalen Euro zeigt. Wero und der digitale Euro sollen nun nicht getrennt bleiben. Die Bundesbank arbeitet an der gemeinsamen Schaltzentrale für das Bezahlen von morgen.








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