„Allahu akbar“-Attacke in Dresden: Opfer lebenslang traumatisiert, Syrer soll schuldunfähig sein

|

|

Eine Mutter mit ihrem Baby, eine Rentnerin, eine Autofahrerin und ein helfender Zeuge wurden im November 2025 an der Dresdner Haltestelle Alttrachau innerhalb weniger Minuten angegriffen. Vor dem Landgericht Dresden geht es nun nicht um eine gewöhnliche Haftstrafe, sondern um die dauerhafte Unterbringung des 32-jährigen syrischen Angreifers Yousef Abu Z. in der Psychiatrie. Nach dem Gutachten soll er wegen Schizophrenie schuldunfähig gewesen sein.

Wie TAG24 aus dem Prozess berichtet, rannte der frühere Medizinstudent auf eine 20-jährige Mutter mit ihrem damals acht Monate alten Kind zu und stieß beide in Richtung einer einfahrenden Straßenbahn. Mutter und Baby stürzten. Eine 68-jährige Frau wollte helfen und wurde daraufhin ins Gesicht geschlagen.

Als die Rentnerin am Boden lag, trat der Angreifer ihr mehrfach gegen den Kopf. Der Abdruck seines Schuhs soll später in ihrem Gesicht erkennbar gewesen sein. Sie erlitt einen doppelten Kieferbruch, einen Nasenbruch und verlor einen Zahn. Vor Gericht berichtete sie weinend, sie habe seither an jeder Haltestelle Angst, meide die Innenstadt und sei ständig auf der Hut.

Auch die junge Mutter und ihr Sohn mussten zur Überwachung ins Krankenhaus. Nach dem Schlag sei sie mit der Nase gegen den Kopf ihres Babys geprallt. Das Kind habe eine große Beule davongetragen. Ein Straßenbahnfahrer brachte beide schließlich in seiner Kabine in Sicherheit.

Damit war die Attacke noch nicht beendet. Der Syrer hielt auf der Straße ein Auto an, trat gegen die Karosserie und schlug der 65-jährigen Fahrerin ins Gesicht. Ein 37-jähriger Zeuge zog ihn vom Fahrzeug weg und wurde ebenfalls geschlagen. Erst zufällig anwesende Politessen konnten den Mann überwältigen und bis zum Eintreffen der Polizei festhalten.

Ein Polizeibeamter schilderte vor Gericht, der Angreifer habe ununterbrochen Arabisch gesprochen und wie in einem Tunnel gewirkt. Dabei habe er immer wieder „Allahu akbar“ gerufen. Der religiöse Ausruf ist damit keine Mutmaßung aus sozialen Netzwerken, sondern Teil der Aussage eines eingesetzten Beamten. F-News berichtete bereits über einen anderen Dresdner Fall, bei dem ein Angreifer mit einer Muskete auf Polizisten feuerte und ebenfalls „Allahu Akbar“ gerufen haben soll.

Nach Auffassung des psychiatrischen Gutachters leidet Yousef Abu Z. an Schizophrenie und war deshalb bei der Tat schuldunfähig. Die Staatsanwältin geht ebenfalls von einem Zustand der Schuldunfähigkeit aus. Seine Schwester erklärte, ihr Bruder habe seit Jahren Medikamente genommen, diese aber abgesetzt, weil sie ihn müde gemacht hätten und er in einer Apotheke lernen wollte.

Der Angeklagte ließ über seine Verteidiger mitteilen, dass er sich entschuldige, an die Tat aber keine Erinnerung habe. Das Gericht muss nun entscheiden, ob von ihm weiterhin eine Gefahr ausgeht und er dauerhaft in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht wird. Schuldunfähigkeit bedeutet dabei keinen Freispruch mit sofortiger Rückkehr auf die Straße; die Unterbringung kann ohne feste Höchstdauer fortgesetzt werden, solange die gesetzlichen Voraussetzungen bestehen.

Trotzdem bleibt ein verstörendes Muster: Nach einer Gewalttat mit islamischem Ruf rückt die psychische Erkrankung in den Mittelpunkt, während eine mögliche religiöse oder islamistische Bedeutung des Ausrufs schnell aus dem Blick gerät. Nicht jeder psychisch kranke Täter ist Islamist, und ein Gutachten zur Schuldfähigkeit ist keine politische Entlastung. Aber wenn „Allahu akbar“ während einer wahllosen Attacke immer wieder gerufen wird, muss dieser Umstand ebenso gründlich geprüft werden wie die Diagnose.

Während über Gutachten, Medikamente und die künftige Unterbringung des Täters verhandelt wird, tragen die Opfer die Folgen jeden Tag. Die Rentnerin lebt mit Angst und schweren Verletzungserinnerungen, die Mutter mit dem Schrecken um ihr Baby. F-News hat bereits kritisiert, wie oft Sicherheitsdebatten erst nach einer Tat einsetzen, obwohl der Kontrollverlust für Betroffene längst Alltag geworden ist. Für die Opfer von Alttrachau war der Angriff nach wenigen Minuten vorbei. Ihr früheres Leben offenbar auch.

Wir brauchen Ihre Unterstützung

Jeder Beitrag hilft - vielen lieben Dank!

Weiterlesen