Die deutsche Wirtschaft kommt kaum vom Fleck, während die Staatsfinanzen weiter aus dem Ruder laufen. Das Statistische Bundesamt meldete für das zweite Quartal 2026 ein preis-, saison- und kalenderbereinigtes Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von gerade einmal 0,3 Prozent. Gleichzeitig beziffert eine zweite Destatis-Meldung das Finanzierungsdefizit von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungen im ersten Halbjahr auf 71,3 Milliarden Euro. Das sind 36,6 Milliarden Euro mehr als ein Jahr zuvor.
Damit lag das Defizit im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung bei 3,1 Prozent und über der Maastricht-Referenzmarke von drei Prozent. Besonders tief ist das Loch beim Bund: Sein Defizit stieg binnen eines Jahres um 29 Milliarden auf 48,1 Milliarden Euro. Die Länder verzeichneten ein Minus von 6,5 Milliarden Euro, die Gemeinden von 14,8 Milliarden Euro. Auch die Sozialversicherungen drehten ins Minus: Nach einem Überschuss von 3,8 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2025 stand diesmal ein Defizit von 1,8 Milliarden Euro.
Der Staat nahm zwar 2,8 Prozent mehr ein, gab aber 6,1 Prozent mehr aus. Die Einnahmen kletterten auf 1.073,2 Milliarden Euro, die Ausgaben auf 1.144,5 Milliarden Euro. Allein die Ausgaben für soziale Sachleistungen stiegen um 8,2 Prozent auf 222,5 Milliarden Euro. Subventionen legten um 10,1 Prozent zu, Zinsausgaben um 11,6 Prozent. Die Lücke wird also nicht durch einen Einbruch der Einnahmen gerissen, sondern vor allem dadurch, dass der Staat seine Ausgaben deutlich schneller ausweitet.
Das Mini-Wachstum im zweiten Quartal liefert dafür keine Entwarnung. Laut Destatis kamen die wichtigsten Impulse aus dem Außenhandel: Die Exporte stiegen um 2,0 Prozent, während die Importe um 1,5 Prozent zulegten. Die Investitionen gingen dagegen insgesamt um 0,2 Prozent zurück. Besonders deutlich fiel das Minus bei Maschinen, Geräten und Fahrzeugen aus: Dort sanken die Investitionen um 1,4 Prozent. Privater und staatlicher Konsum erhöhten sich jeweils nur um 0,1 Prozent.
Deutschland wächst damit nicht aus seinen Problemen heraus. Ein kleiner Exportimpuls kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Unternehmen bei Ausrüstungen zurückhaltend bleiben und der Staat zugleich immer größere Summen ausgibt. F-NEWS berichtete bereits über den Plan von Schwarz-Rot, den Haushalt mit 118,7 Milliarden Euro neuen Schulden für 2027 weiter aufzublähen. Auch das frühere Mini-Wachstum im zweiten Quartal war kein Signal für eine wirtschaftliche Wende.
Die neuen Zahlen zeigen die Schieflage klar: Die Wirtschaftsleistung steigt nur minimal, die Investitionen in Maschinen und Fahrzeuge sinken, der Staatsapparat wächst aber weiter schneller als seine Einnahmen. So wird aus dem angeblichen Aufschwung vor allem ein teurer Stillstand.








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