Der Wiener FPÖ-Klubobmann Maximilian Krauss kritisiert ein Schreiben der Bildungsdirektion Wien, das kurz vor den Sommerferien an alle Schulen verschickt worden sein soll. Darin würden Lehrkräfte aufgefordert, verstärkt auf mögliche Fälle von Zwangsheirat zu achten und entsprechende Warnsignale zu erkennen. Krauss sieht darin nicht Schutzpolitik, sondern die nächste Verantwortungsverschiebung der rot-pinken Stadtregierung.
„Entsetzlich genug, dass junge Mädchen in Wien überhaupt Gefahr laufen, gegen ihren Willen verheiratet zu werden. Die Zwangsehe ist eines der Integrationssouvenirs, mit denen uns die SPÖ beglückt hat und die inzwischen zu einem massiven gesellschaftlichen Problem geworden ist“, so Krauss. Das Einzige, was die SPÖ bereit sei abzuschieben, sei die Verantwortung, und zwar an die Lehrkräfte der Stadt Wien.
Krauss formuliert den Vorwurf klar: Pädagoginnen und Pädagogen seien Lehrer und keine Ermittler. Statt konsequent gegen Parallelgesellschaften und integrationsfeindliche Strukturen vorzugehen, mache Rot-Pink die Schulen zur Reparaturwerkstatt der eigenen politischen Fehler.
Damit berührt die FPÖ einen wunden Punkt. Wenn Schulen plötzlich Warnsysteme für Zwangsheirat werden müssen, ist das kein Zeichen funktionierender Integration. Es ist der Beleg, dass Probleme, die jahrelang kleingeredet wurden, inzwischen mitten im Klassenzimmer angekommen sind.
Krauss fordert einen grundlegenden Kurswechsel. Die Wiener SPÖ sei jahrelang der politische Trauzeuge der Zwangsehen gewesen und reagiere nun mit den falschen Mitteln. Wer Mädchen wirklich schützen wolle, müsse die Ursachen bekämpfen: Parallelgesellschaften zurückdrängen und fehlende Integrationsbereitschaft endlich ahnden.
Wirksamer Schutz für Mädchen entsteht nicht dadurch, dass Lehrer neben Unterricht, Elternarbeit, Bürokratie und Aufsicht nun auch noch gesellschaftliche Ermittlungsarbeit leisten sollen. Er entsteht dort, wo der Staat das Problem beim Namen nennt und nicht wieder an jene weiterreicht, die ohnehin schon jeden Tag die Folgen falscher Politik auffangen müssen.



Schreibe einen Kommentar