Rund 300 Frauen in Pink demonstrierten am Donnerstag vor dem Gericht in Plymouth im US-Bundesstaat Massachusetts für Lindsay Clancy. Die 36-Jährige steht wegen der Tötung ihrer drei Kinder vor Gericht. Ihre Verteidigung bestreitet die Tat nicht, will Clancy wegen einer schweren psychischen Erkrankung aber für schuldunfähig erklären lassen. Wie PBS NewsHour berichtet, trugen die Unterstützerinnen Botschaften wie „Believe“, „She Needed Help“ und „Peace For Lindsay“.
Drei Kinder im Alter von acht Monaten bis fünf Jahren sind tot. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft soll Clancy die Tötungen am 24. Januar 2023 geplant haben. Sie soll ihren Mann unter einem Vorwand aus dem Haus geschickt haben, bevor sie die Kinder tötete. Anschließend sprang sie aus einem Fenster und ist seitdem querschnittsgelähmt.
Die Verteidigung hält dagegen, Clancy habe an einer postpartalen Psychose und einer bipolaren Störung gelitten. Ihr Anwalt verweist darauf, dass sie wiederholt Hilfe gesucht, Medikamente erhalten, eine Klinik aufgesucht und eine Krisenhotline kontaktiert habe. Ob sie zur Tatzeit schuldfähig war, ist die zentrale Frage des Prozesses. Ein Urteil liegt nicht vor.
Die Demonstration aber ging weit über die Forderung nach einer sorgfältigen Prüfung dieser Frage hinaus. Die Frauen standen mehr als eine Stunde vor dem Gerichtsgebäude, applaudierten dem Verteidiger, beteten gemeinsam und formten mit den Händen Herzen. Ihr Anliegen lautete, Frauen mit psychischen Problemen würden nicht ernst genommen.
Das Mitgefühl der Kundgebung galt sichtbar der Angeklagten. Von einer ebenso öffentlichen Trauer um die getöteten Kinder war in den Berichten nichts zu sehen. Psychische Krankheit kann eine Tat erklären helfen und sie kann für die Frage der Schuldfähigkeit entscheidend sein. Sie verwandelt die Opfer jedoch nicht in Randfiguren und die Angeklagte nicht in eine Heldin.
Das passiert in einer Gesellschaft, in der Abtreibung bis zum Geburtstermin als Menschenrecht gefeiert und Abtreibungsbefürworter stolz auf die Anzahl ihrer „Abbrüche“ sind oder „Prominente“ ihre toten Kinder als „Zellhaufen“ bezeichnen.
Alleine in Deutschland werden jährlich rund 100.000 Kinder abgetrieben, nur etwa 4 Prozent davon aufgrund einer medizinischen Notlage oder wegen Vergewaltigung.








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