Wallasch-Auswertung: Briefwahl kostete AfD die absolute Mehrheit

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Die Briefwahl habe der AfD in Sachsen-Anhalt die absolute Mehrheit gekostet. Das ist die zentrale These eines bei Alexander Wallasch veröffentlichten Gastbeitrags von Dirk Schmitz. Seine Auswertung der Wahlbezirke stellt Urnen- und Briefwahlergebnisse gegenüber und sieht darin statistische Auffälligkeiten, die aus seiner Sicht dringend aufgeklärt werden müssten.

Nach dieser Auswertung lag die AfD bei den Zweitstimmen in den Urnenwahlbezirken landesweit bei 51,20 Prozent. In den Briefwahlbezirken erreichte sie demnach lediglich 24,27 Prozent. Die Differenz betrage 26,93 Prozentpunkte. CDU, SPD, Grüne und Linke hätten bei den Briefwahlstimmen im Vergleich zur Urnenwahl teils deutlich höhere Anteile erzielt.

Der Beitrag führt mehrere Orte mit besonders großen Abständen an. In Mertendorf seien 63,2 Prozent AfD bei der Urnenwahl nur 24,5 Prozent bei der Briefwahl gegenübergestanden. Für Hedersleben nennt die Auswertung 62,9 zu 26,4 Prozent. Auch Briefwahlbezirke in Magdeburg, Halle, Obhausen und Meineweh werden mit auffälligen Differenzen aufgeführt.

Schmitz wertet dieses Muster als möglichen Hinweis auf strukturelle Manipulation. Zugleich hält der Text fest, dass dies noch kein Beweis sei. Brief- und Urnenwähler könnten sich etwa nach Alter, Bildung, Wohnlage oder politischer Präferenz unterscheiden. Gerade bei großen Städten sei außerdem die Zuordnung von Briefwahlbezirken zu einzelnen Urnenwahlbezirken ein entscheidender Punkt.

Der Gastbeitrag verlangt deshalb eine vollständige Prüfung aller 511 Briefwahlbezirke. Er fordert, die Briefwahlbezirke eindeutig den sachlich passenden Vergleichsräumen zuzuordnen, die Abweichungen für alle Parteien zu berechnen und Rohdaten, Niederschriften, Wahlscheine, Zurückweisungen, Korrekturen und mögliche Nachzählungen auszuwerten.

Für die politische Frage nach einer absoluten AfD-Mehrheit verlangt Schmitz eine konkrete Gegenrechnung: Wie hätte das Gesamtergebnis ausgesehen, wenn die Briefwähler in demselben Verhältnis wie die Urnenwähler abgestimmt hätten? F-NEWS hatte schon vor dem Wahlsonntag über doppelt verschickte Briefwahlunterlagen in Sachsen-Anhalt berichtet. Zudem stand bereits ein Wahlbetrugsverdacht im Zusammenhang mit einer dementen 95-Jährigen im Raum.

Wallaschs Gastbeitrag liefert keine abschließende Erklärung für die Unterschiede. Er setzt aber die Zahlen auf den Tisch und fordert, dass die außergewöhnlichen Abstände zwischen Briefwahl und Urne nicht mit einem Achselzucken erledigt werden.

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