Ein 31-jähriger Mann hat in der Limburger Innenstadt mehrere Polizeibeamte angegriffen, bespuckt und bedroht. In einer Gewahrsamszelle biss er einem Polizisten zudem in den Oberarm und zerstörte ein Funkgerät. Besonders brisant: Für die Waffenverbotszone bestand gegen den Mann bereits seit dem 2. Juli ein Aufenthaltsverbot, weil er nach Polizeiangaben zuvor mehrfach strafrechtlich in Erscheinung getreten war.
Wie die Polizeidirektion Limburg-Weilburg mitteilt, fiel der augenscheinlich alkoholisierte Mann am frühen Sonntagmorgen gegen 0.30 Uhr auf den Rheingauer Weintagen auf. Er soll dort Besucher belästigt haben. Als Beamte ihn kontrollieren wollten, versuchte er zunächst davonzulaufen.
Die Einsatzkräfte hielten den Mann fest. Daraufhin habe er sich mit Tritten und Schlägen gewehrt und mehrfach in Richtung der Polizisten gespuckt. Die Beamten brachten ihn zur Polizeistation Limburg und sperrten ihn in eine Gewahrsamszelle. Doch auch dort beruhigte sich die Lage nach Darstellung der Polizei nicht.
In der Zelle soll der 31-Jährige die Beamten erneut angegriffen und bedroht haben. Dabei biss er einem Polizisten in den Oberarm und beschädigte ein Funkgerät. Anschließend wurde eine Blutentnahme angeordnet. Ein Richter bestätigte die Ingewahrsamnahme und ordnete an, den Mann bis zum Abend des 26. Juli festzuhalten.
Der Fall zeigt die Grenzen jener Maßnahmen, mit denen Innenstädte auf dem Papier sicherer gemacht werden sollen. Eine Waffenverbotszone und ein persönliches Aufenthaltsverbot klingen nicht mal auf dem Papier gut. In der Realität versagen diese Maßnahmen regelmäßig. Einen bereits mehrfach auffällig gewordenen Mann hielten beide Anordnungen natürlich nicht davon ab, erneut mitten im ausgewiesenen Bereich aufzutauchen, Festbesucher zu belästigen und schließlich Polizisten anzugreifen. Ein Verbotsschild ersetzt keine konsequente Durchsetzung.
Nur gut drei Stunden später wurde aus derselben Straße eine weitere Körperverletzung gemeldet. Ein 40-Jähriger geriet gegen 3.40 Uhr vor einem Lokal in der Grabenstraße mit einem Unbekannten in Streit und wurde nach Polizeiangaben ins Gesicht geschlagen. Der leicht verletzte Mann beschrieb den flüchtigen Täter als männlich, bärtig und mit „südländischem Phänotyp“. Er habe ein weißes T-Shirt mit einem Porträt auf dem Rücken sowie eine lange dunkle Hose getragen und sei in Richtung Hospitalstraße geflüchtet.
Die Limburger Kriminalpolizei bittet Zeugen des zweiten Vorfalls um Hinweise unter der Telefonnummer 06431/9140-0.



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