Ein Kinderbuch über Vulva, Menstruation, Selbstberührung und Körperbilder, empfohlen ab vier Jahren und mit Steuergeld gefördert: Die österreichische FPÖ-Familiensprecherin Ricarda Berger schlägt Alarm. In einem aktuellen Interview bei oe24, veröffentlicht von FPÖ TV, zeigt sie Illustrationen aus entsprechenden Kinderbüchern und fragt, wo altersgerechte Aufklärung endet und ideologische Frühsexualisierung beginnt.
Im Zentrum steht das Buch „Lina, die Entdeckerin“. Der Verlag bewirbt es als Reise in die Welt des weiblichen Körpers. Nach der Beschreibung in Bergers parlamentarischer Anfrage werden unter anderem Vulva und Klitoris, Menstruation, Hygieneprodukte, Selbstbefriedigung und gesellschaftliche Körperbilder behandelt. Die offizielle Zielgruppe: Kinder ab vier Jahren.
Berger wollte wissen, warum ein solches Buch mit öffentlichen Mitteln unterstützt wurde. In einer parlamentarischen Anfrage vom 3. März 2026 stellte sie 52 Fragen: Wer prüfte Texte und Illustrationen? Welche entwicklungspsychologischen Maßstäbe galten? Wie wurde ausgeschlossen, dass Kinder überfordert werden? Und wer trägt die politische Verantwortung?
Die Antwort von Vizekanzler und Kulturminister Andreas Babler liegt seit dem 30. April vor. Demnach erhielt der Achse Verlag im Jahr 2021 einen Druckkostenzuschuss von 600 Euro. Das ist keine gewaltige Summe. Brisant ist die offizielle Bewertung dahinter: Ein Fachbeirat habe das Projekt begutachtet, Text und Illustrationen erfüllten die Förderkriterien. Als Zielgruppe nennt das Ministerium ausdrücklich Kinder im Alter von vier bis acht Jahren.
Babler erklärt, die Autoren und der Verlag garantierten einen „seriösen Umgang“ mit Sexualität sowie Kinder- und Jugendschutz. Zugleich schiebt das Ministerium die letzte Verantwortung an Eltern und Aufsichtspersonen weiter: Sie entschieden schließlich, was Kinder lesen. Der Staat zahlt, der Staat bescheinigt Kindgemäßheit – und wenn Eltern widersprechen, sollen sie eben genauer hinschauen.
Genau diese Arbeitsteilung kritisiert Berger. Altersgerechte Aufklärung und Schutz vor Missbrauch sind notwendig. Doch daraus folgt kein Freibrief, Vorschulkinder mit jedem erwachsenen Konzept von Sexualität, Identität und Körperpolitik zu konfrontieren. Vierjährige brauchen Schutzräume und klare Grenzen. Sie sind kein pädagogisches Versuchsfeld für Aktivisten, Verlage oder staatlich bestellte Fachgremien.
Die 600 Euro sind deshalb nicht der eigentliche Skandal. Entscheidend ist das staatliche Gütesiegel: Ein Ministerium erklärt derartige Inhalte für Vierjährige zur förderwürdigen Normalität. Wer Eltern gleichzeitig auf ihre private Auswahlverantwortung verweist, macht es sich bequem. Mitfinanzieren dürfen sie die politische Botschaft trotzdem.







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