Während die US-Wirtschaft unter Trumps Zollchaos ächzt und die Börsen Achterbahn fahren, hat der Präsident ein neues Thema für seine Fans entdeckt: Ufos. Bei einer Veranstaltung von Turning Point USA in Phoenix verkündete Trump, er habe Verteidigungsminister Pete Hegseth angewiesen, Regierungsakten über Ufos und sogenannte unerklärte Luftphänomene (UAPs) freizugeben. Das Timing ist bemerkenswert: Handelskrieg mit China, eskalierende Spannungen im Nahen Osten, ein Richter, der Trumps Ballsaal am Weißen Haus stoppt — und der Präsident spricht über fliegende Untertassen.
„Dieser Prozess ist bereits weit fortgeschritten, und wir haben viele interessante Dokumente gefunden“, sagte Trump vor dem begeisterten Publikum — und schob augenzwinkernd hinterher, er wisse nicht, ob er selbst „so sehr auf so etwas steht“. Die Menge war jedenfalls begeistert. Und das ist wohl der Punkt.
Das Muster ist bekannt: Wann immer die politische Lage ungemütlich wird, öffnet Washington eine neue Schublade. Nach den Epstein-Akten, die mehr Schwärzungen als Enthüllungen brachten — ein komplettes 119-seitiges Dokument war vollständig geschwärzt — darf man gespannt sein, was die UFO-Freigabe tatsächlich enthält. Oder vielmehr: was sie nicht enthält.
Denn die Frage bei jeder US-Aktenfreigabe ist dieselbe: Wie viel bleibt schwarz? Bei den Epstein-Dokumenten hatten Kongress-Abgeordnete beider Parteien lautstark protestiert, das Gesetz sei gebrochen worden. Bei UFO-Akten ist die Erwartungshaltung ohnehin diffuser — niemand kann konkret prüfen, ob das Freigegebene vollständig ist. Der perfekte Stoff also: maximale Aufmerksamkeit, minimale Überprüfbarkeit.
Die „ersten Veröffentlichungen“ sollen laut Trump „sehr, sehr bald“ kommen. Wer die letzten Monate amerikanischer Transparenzversprechen verfolgt hat, weiß: Das kann Wochen bedeuten, Monate, oder eine weitere Pressekonferenz, bei der erklärt wird, warum doch nichts veröffentlicht werden kann — aus Gründen der nationalen Sicherheit, versteht sich.






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