Rheinmetall kassiert weiter im Takt der Zeitenwende. Wie aus einer aktuellen Mitteilung des Düsseldorfer Rüstungskonzerns hervorgeht, bestellt die Bundeswehr mehr als 2.000 zusätzliche militärische Transportfahrzeuge. Der Auftragswert liegt laut Rheinmetall bei rund 1,015 Milliarden Euro brutto.
Damit wird immer deutlicher, was die von Olaf Scholz ausgerufene „Zeitenwende“ tatsächlich bedeutet: ein gigantisches Konjunkturprogramm für die deutsche Rüstungsindustrie. Während Bürger über steigende Energiepreise, Rekordmieten und kaputte Infrastruktur klagen, fließen Milliarden fast im Wochentakt in militärische Projekte.
Die neuen Fahrzeuge stammen aus dem sogenannten UTF-Rahmenvertrag, also aus dem Bereich „Ungeschützte Transportfahrzeuge“. Rheinmetall spricht offen vom „Aufwuchs der Bundeswehr-Logistik“. Die Bundeswehr soll massiv ausgebaut und kriegstüchtig gemacht werden, ein Begriff, der noch vor wenigen Jahren politisch undenkbar gewesen wäre.
Besonders auffällig: Kaum vergeht eine Woche ohne neue Großmeldung aus Düsseldorf. Erst vor wenigen Tagen meldete Rheinmetall einen weiteren Millionenauftrag für Laser-Licht-Module des neuen Sturmgewehrs der Bundeswehr. Zuvor ging es um Soldatensysteme, Drohnenabwehr, Panzertechnik oder Marineprojekte.
Anleger feiern den Rüstungsboom
Das Geschäft boomt nicht nur bei der Bundeswehr selbst. Auch Investoren wittern das große Geld. Parallel zur Milliardenbestellung gab Rheinmetall bekannt, erfolgreich eine Anleihe über 500 Millionen Euro platziert zu haben. Besonders brisant: Das Orderbuch sei laut Konzern 7,8-fach überzeichnet gewesen. Anleger wollten also deutlich mehr investieren als überhaupt angeboten wurde.
Der Kupon der Anleihe liegt bei 3,375 Prozent, die Laufzeit reicht bis Mai 2031. Das zeigt vor allem eines: Der Markt glaubt fest daran, dass der Rüstungsboom noch viele Jahre weitergeht. Die Aufrüstung wird zur Renditeerwartung.
Kein Wunder. Seit Beginn des Ukrainekriegs und dem 100-Milliarden-„Sondervermögen“ der Bundesregierung erlebt Rheinmetall einen historischen Höhenflug. Der Konzern gehört inzwischen zu den größten Profiteuren der europäischen Aufrüstungspolitik. Die Auftragsbücher sind randvoll, die Gewinne steigen, der Aktienkurs explodierte in den vergangenen Jahren regelrecht.
Kritiker fragen inzwischen, ob Deutschland überhaupt noch eine politische Debatte über diese Entwicklung führt. Milliarden für Waffen, Militärlogistik und Sicherheitsprojekte scheinen praktisch unbegrenzt verfügbar zu sein. Gleichzeitig heißt es bei Renten, Straßen, Schulen oder Krankenhäusern regelmäßig, man müsse „sparen“ und Prioritäten setzen.
Bemerkenswert ist außerdem die öffentliche Kommunikation. Begriffe wie „Kriegstüchtigkeit“, „Resilienz“ oder „Sicherheitsarchitektur“ werden inzwischen fast beiläufig verwendet. Was früher nach Ausnahmezustand klang, gehört heute zum politischen Alltag.
Für Rheinmetall jedenfalls läuft die Zeitenwende wie ein perfekt geölter Motor. Während der Staat immer tiefer in die Aufrüstung einsteigt, klingeln in Düsseldorf die Kassen.
Quellen:
Rheinmetall: Mehr als 2.000 UTF-Lkw an die Bundeswehr
Rheinmetall: 500-Millionen-Euro-Anleihe platziert






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