Das US-Verteidigungsministerium – seit Trumps Umbenennungsfreude offiziell „Department of War“ – hat heute die ersten deklassifizierten UAP-Akten veröffentlicht. Das Programm trägt den Namen PURSUE: „Presidential Unsealing and Reporting System for UAP Encounters“. Beteiligt sind das Weiße Haus, Geheimdienste, Energieministerium, NASA, FBI und das Pentagon-UAP-Büro AARO. Alle Materialien sind ab sofort ohne Sicherheitsfreigabe unter war.gov/UFO abrufbar.
Was liegt tatsächlich auf dem Tisch? Die erste Veröffentlichung umfasst Fotos und Gesprächsprotokolle der Apollo-12- und Apollo-17-Missionen. Ein Bild von der Mondoberfläche zeigt drei kleine Lichtpunkte am Himmel. Die beigefügten Funkprotokolle der Apollo-17-Besatzung belegen, wie ein Operator der Bodenstation von „sehr hellen Partikeln oder Fragmenten, die vorbeischweben“, berichtete. Dazu kommen FBI-Infrarotaufnahmen unbekannter Objekte über dem Westen der USA sowie Militärberichte aus dem Nahen Osten, Griechenland, Afrika und dem Indo-Pazifik.
Kriegsminister Pete Hegseth sprach von „beispielloser Transparenz“, Geheimdienstchefin Tulsi Gabbard von einer „umfassenden und nie dagewesenen Überprüfung“ aller Bestände. Der Chor der Selbstbeweihräucherung war vollständig – nur das Material selbst blieb dünn.
Die Skepsis kam schnell. Sean Kirkpatrick, Physiker und ehemaliger AARO-Direktor, der die Regierungsunterlagen aus eigener Anschauung kennt, bezeichnete Trumps Versprechen als reines Ablenkungsmanöver, das die Öffentlichkeit vom Krieg mit Iran abhalten soll. Wer auf Fotos von Alien-Interviews hoffe, solle die Erwartungen lieber herunterschrauben.
Andere Beobachter erklären, dass „noch nie gesehen“ ein PR-Begriff sei, kein Qualitätsmerkmal. Das politische Interessengeflecht rund um UAP-Enthüllungen produziere fast zwangsläufig Spannung und Enttäuschung zugleich: Das Weiße Haus verspräche Transparenz, Behörden schützen ihre Methoden, Lobbygruppen deuten jede Teilveröffentlichung als Beweis für noch größere Geheimnisse.
Whistleblower David Grusch, ehemaliger Geheimdienstoffizier der Air Force, warnte unterdessen, Kräfte innerhalb der Regierung arbeiteten aktiv daran, Akten vor ihrer Freigabe zu unterdrücken. Die wirklich relevanten Enthüllungen – vor allem zu physischen Materialien – erwartet er in den nächsten 60 bis 90 Tagen. Kongressabgeordnete Anna Paulina Luna hatte Verteidigungsminister Hegseth im März schriftlich aufgefordert, 46 konkrete UAP-Videoclips herauszugeben. Die Frist verstrich – ohne Reaktion.
Harvard-Astronom Avi Loeb formulierte es nüchtern: Falls außerirdische Technologie tatsächlich geborgen und militärisch weiterentwickelt wurde, werde Washington das niemals preisgeben. Die Enttäuschung vieler sei deshalb programmiert – nicht aus bösem Willen, sondern weil die Natur des Materials keine vollständige Offenlegung zulasse.
Trump hatte im April in Phoenix vor seinen Anhängern noch erklärt, er wisse gar nicht, ob ihn das Thema persönlich interessiere – aber er wisse, dass sein Publikum darauf stehe. Die Inszenierung läuft, die Datenbank war am Veröffentlichungstag praktisch leer, und als greifbares Ergebnis bleiben drei Lichtpunkte auf einem Mondfoto aus dem Jahr 1972. Weitere Akten sollen in einigen Wochen folgen.
Quellen:
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