Trump als Cäsar: Paul Craig Roberts warnt vor Amerikas Weg zur Alleinherrschaft

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Donald Trump als monumentale römische Cäsarstatue
Symbolbild, KI-generierte redaktionelle Illustration

Der frühere US-Regierungsbeamte und Publizist Paul Craig Roberts zeichnet in seinem Beitrag „The Trump Caesarship“ das Bild eines Präsidenten, der sich nach seiner Auffassung immer deutlicher wie ein amerikanischer Cäsar gebärdet. Roberts sieht darin nicht nur Trumps persönliche Machtinszenierung, sondern das Ergebnis einer Demokratie, die ihre eigene Funktionsfähigkeit verloren habe.

Ausgangspunkt seiner Kritik ist Trumps schwindender Rückhalt. Roberts verweist auf eine Ablehnungsquote von 61 Prozent und deutet sie als Zeichen dafür, dass sich auch viele frühere MAGA-Anhänger vom Präsidenten abgewandt hätten. Verantwortlich dafür sei nach seiner Darstellung vor allem Trumps Rückkehr zu einer Außenpolitik, die israelischen Interessen diene und die USA erneut in Konflikte im Nahen Osten hineinziehe.

Roberts schlägt dabei einen weiten Bogen über die Kriege dieses Jahrhunderts. Die Zerstörung des Irak, Libyens, Syriens und Palästinas habe Millionen Menschen vertrieben. Diese Fluchtbewegungen veränderten inzwischen die Politik Europas und der Vereinigten Staaten, weil die Vertriebenen dort dauerhaft Fuß fassten und zunehmend auch in Medien und Politik vertreten seien.

Als Hinweis auf einen politischen Stimmungswechsel nennt Roberts eine Abstimmung, bei der mehr als 100 demokratische Abgeordnete im Repräsentantenhaus gegen Militärhilfe für Israel im Haushaltsjahr 2027 gestimmt hätten. Er wirft der israelischen Lobby vor, amerikanische Hilfsgelder über Wahlkampfspenden in politischen Einfluss zurückzuführen. Zugleich behauptet er, republikanische Politiker seien bereit, amerikanische Interessen und sogar die Meinungsfreiheit zugunsten Israels preiszugeben. Seine Formulierungen sind pauschal und anklagend; sie bilden den zentralen politischen Rahmen seiner Analyse.

Trump gefährde seine eigene Regierung zusätzlich, schreibt Roberts, weil er auf Drängen Benjamin Netanjahus den Kampf gegen Gegner eines „Großisrael“ wieder aufgenommen habe. Als wichtigste Ziele nennt er den Iran und die Hisbollah im Südlibanon. Dass MAGA-Kappen aus seiner Sicht kaum noch im Straßenbild auftauchten, wertet er als sichtbares Zeichen des Vertrauensverlusts.

Der eigentliche Wendepunkt liegt für Roberts jedoch tiefer. Er habe seit Jahren davor gewarnt, dass das Versagen der amerikanischen Demokratie den Chef der Exekutive zwangsläufig in die Rolle eines Cäsaren dränge. Wie einst in Rom entstehe der Alleinherrscher nicht trotz des politischen Zerfalls, sondern gerade durch ihn: Wenn die demokratischen Institutionen nicht mehr funktionierten, erscheine die Konzentration der Macht plötzlich als notwendige Antwort.

Trump habe diese Haltung bereits angenommen. Roberts verweist auf die römische Tradition, Herrscherporträts auf Münzen zu prägen, und stellt ihr Pläne gegenüber, eine Ein-Dollar-Münze mit Trumps Bild herauszugeben. Für ihn ist das kein beiläufiges Erinnerungsstück, sondern ein Herrschaftssymbol, das die Person des Präsidenten über das Amt und die republikanische Tradition stellt.

Noch schwerer wiegt für Roberts Trumps Umgang mit anderen Staaten. Die römischen Cäsaren hätten mit Gewalt regiert, und genau diesen Ansatz erkenne er bei Trump wieder. Roberts führt dessen Äußerungen über den Iran an und wirft ihm vor, nicht nur iranisches Öl, sondern das gesamte Land als amerikanischen Besitz zu behandeln. Auch gegenüber Venezuela, Grönland und Kuba erkenne er imperiale Ansprüche; Kanada und Mexiko könnten nach seiner Lesart ebenfalls in dieses Denken einbezogen werden.

Für Roberts’ Generation seien solche Forderungen unbegreiflich, weil sie mit allem brächen, was früher als normale amerikanische Außenpolitik gegolten habe. Seine größte Sorge gilt jedoch den Jüngeren: Wer in eine Welt hineinwachse, in der offene Gebietsansprüche, Drohungen und persönliche Herrschaft als gewöhnliche Politik erschienen, lerne diesen Zustand als Normalität kennen.

Genau darin liegt Roberts’ düstere Pointe. Trumps „Cäsarschaft“ ist für ihn kein abgeschlossener Staatsstreich, sondern ein schleichender Gewöhnungsprozess. Wenn die nachfolgenden Generationen den Machtanspruch des Präsidenten nicht mehr als Bruch, sondern als normalen Zustand wahrnehmen, sieht Roberts kaum noch eine Kraft, die diese Entwicklung aufhalten könnte.

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