Todesurteil gegen Assad: Die neuen Herrscher richten den alten Diktator und der Westen klatscht Beifall

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Wie zahlreiche Medien unter Berufung auf AFP berichtet, hat ein syrisches Gericht den gestürzten Ex-Machthaber Baschar al-Assad in Abwesenheit wegen „Kriegsverbrechen“ und „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ zum Tode verurteilt. Auch sein Cousin und früherer Sicherheitschef Atef Nadschib erhielt die Todesstrafe. Das Urteil kommt ausgerechnet von jenen Kräften, die Ende 2024 mit islamistischen Kämpfern der HTS-Miliz Assad stürzten und heute unter Ahmed al-Scharaa die Übergangsregierung stellen. Während Assad im russischen Exil sitzt und das Urteil vorerst folgenlos bleibt, feiern westliche Medien den „historischen“ Akt der Justiz – als wäre hier plötzlich Rechtsstaatlichkeit eingekehrt.

Dabei ist die Ironie kaum zu überbieten: Dieselbe neue Führung, die jetzt Todesurteile ausstellt, besteht aus Leuten, deren eigene Bilanz an Kriegsverbrechen, Hinrichtungen und Massenvertreibungen alles andere als sauber ist. Unter dem Aleviten Assad hatten christliche Minderheiten zumindest einen gewissen Schutz vor sunnitischen Extremisten. Seit dem Machtwechsel sind genau diese Gruppen wieder zum Freiwild geworden, während der Westen die islamistischen Sieger hofiert und so tut, als sei die neue Ordnung moralisch überlegen. Das Todesurteil gegen den alten Tyrannen ist daher reine Siegerjustiz und dient der Selbstlegitimation eines Regimes, das selbst auf Blut und Terror gebaut ist und das dem Westen offenbar lieber ist als der alte Diktator.

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