Studie deckt Schwäche auf: Klimamodelle erkennen Hitzewellen zu spät

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Eine neue Studie legt eine empfindliche Schwäche moderner Klimamodelle offen: Elf Modelle der aktuellen CMIP6-Generation bilden Hitzewellen im östlichen Mittelmeer und im Nahen Osten zwar recht ordentlich ab, sobald sie bereits laufen. Die entscheidenden atmosphärischen Vorzeichen vor dem Ereignis erfassen sie jedoch zu schwach und zu spät.

Darüber berichtet das Europäische Institut für Klima und Energie in der aktuellen Ausgabe seiner „Klimaschau“. Grundlage ist die Untersuchung „Process-based evaluation of Eastern Mediterranean heatwave development in the CMIP6 models“, die im Fachjournal „Weather and Climate Extremes“ erschienen ist.

Das Team um Andre Klif von der Hebräischen Universität Jerusalem verglich elf CMIP6-Modelle mit ERA5-Reanalysedaten. Untersucht wurden nicht nur die Temperaturen während einer Hitzewelle, sondern auch die dynamischen und thermodynamischen Prozesse in den Tagen davor. Dabei zeigte sich: Die Modelle unterschätzen die Erwärmung vor dem Ereignis, bilden den Aufbau eines Höhenrückens verspätet ab und erfassen auch die dynamische Erwärmung zu schwach.

Das ist mehr als ein Detail. Ein Modell kann am Ende eine statistisch plausible Hitzewelle erzeugen und dennoch die physikalische Entwicklung davor falsch darstellen. Gerade für Frühwarnungen ist aber entscheidend, ob die Kette der atmosphärischen Prozesse rechtzeitig erkannt wird.

Die Studie erklärt damit nicht sämtliche langfristigen Klimaprojektionen für unbrauchbar. Sie zeigt jedoch, dass gute Treffer bei Häufigkeit oder Stärke extremer Hitze allein noch kein Beweis dafür sind, dass ein Modell die zugrunde liegenden Mechanismen korrekt beherrscht. Die Forscher fordern deshalb eine stärker prozessorientierte Prüfung der Modelle.

Die Ergebnisse betreffen eine besonders verwundbare Region, sind methodisch aber darüber hinaus relevant. Werden frühe Signale systematisch unterschätzt oder verspätet dargestellt, kann das sowohl das Vertrauen in regionale Projektionen als auch die Vorwarnzeit vor gefährlichen Hitzeereignissen beeinträchtigen.

Die Debatte über Modelle und Eingriffe in Wetter und Klima wird oft vermischt. F-News trennt diese Ebenen in der Übersicht Wettermanipulation, Chemtrails und Geoengineering. Dass zugleich selbst bei realen Maßnahmen zur Wetterbeeinflussung Transparenzlücken bestehen, zeigt unser Beitrag Wettermanipulation ohne Transparenz.

Die aktuelle Arbeit aus Jerusalem liefert keinen Freibrief für pauschale Schlussfolgerungen. Sie liefert aber einen klaren Warnhinweis: Wer mit Modellergebnissen politische Gewissheiten begründet, muss auch offenlegen, wo die Modelle zentrale Abläufe noch nicht zuverlässig abbilden.

Quellen: Fachstudie | Hebräische Universität Jerusalem | EIKE / Klimaschau 270

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