Studie aus China: Überfischung und Abwasser setzen Korallen stärker zu als Wärme

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Die neue Ausgabe der Klimaschau lenkt den Blick auf eine Studie, die der bequemen Klima-Alleinerklärung für den Rückgang von Korallenriffen widerspricht. Im nördlichen Südchinesischen Meer erwiesen sich lokale menschliche Belastungen als stärkerer Faktor als klimabedingter Wärmestress.

Die im Fachblatt Nature Communications veröffentlichte Untersuchung wertete zwei Jahrzehnte Felddaten von 102 Standorten an 22 Riffen aus. Die Forscher nennen Überfischung, Nährstoffeinträge aus Landwirtschaft sowie die Urbanisierung der Küsten als entscheidende lokale Belastungen.

Diese Faktoren erklärten nach Angaben des Teams zusammen 73 Prozent der beobachteten Varianz bei der lebenden Korallenbedeckung und überwogen den klimabezogenen thermischen Stress. Im Untersuchungsgebiet sank die durchschnittliche Bedeckung durch lebende Korallen über zwei Jahrzehnte um rund 40 Prozent. Das ist keine Entwarnung für jedes Riff der Welt, aber ein klarer Befund für die untersuchte Region.

Die Ursachen unterschieden sich dabei von Ort zu Ort. Im Osten Hainans nennen die Autoren vor allem Fischereidruck und Nährstoffbelastung aus der Landwirtschaft. Im Süden spielten rasche Verstädterung, Tourismus, Abwasser, Sedimente und Küstenbau eine große Rolle. Auf den Xisha-Inseln waren Ausbrüche des korallenfressenden Dornenkronenseesterns ein erheblicher Faktor.

Die Studie schlägt deshalb kein fernes Einheitsrezept vor, sondern Eingriffe vor Ort: nachhaltigere Fischerei, weniger Nährstoffeinträge, besseres Abwassermanagement und die Kontrolle von Dornenkronenseesternen. Die Klimaschau fasst den Befund treffend zusammen: Wer Korallen tatsächlich schützen will, muss regionale Schäden bekämpfen, statt jedes Problem pauschal auf CO₂ zu reduzieren.

F-NEWS berichtete bereits über eine Studie zu langfristigen Klimamustern im Mittelmeerraum und über den Streit um den Golfstrom-Kollaps und Klima-Alarmismus.

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