Ein spanischer F-18-Kampfjet hat am frühen Sonntagmorgen im Auftrag der NATO eine Drohne über Rumänien abgeschossen. Nach Angaben des rumänischen Verteidigungsministeriums drang das unbemannte Fluggerät ohne Genehmigung in den nationalen Luftraum ein. Was für eine Drohne es war und woher sie kam, wurde zunächst nicht mitgeteilt.
Die rumänischen Überwachungssysteme erfassten das Ziel demnach um 04:44 Uhr rund 24 Kilometer nördlich der Stadt Galați. Zwei spanische F-18 waren bereits vorsorglich aufgestiegen. Einer der Jets stellte Radarkontakt her und erhielt die Freigabe zum Angriff. Um 05:01 Uhr wurde die Drohne abgefangen und abgeschossen.
Als mögliche Absturzstelle nannten die Behörden ein unbewohntes Gebiet zwischen den Ortschaften Băleni und Cudalbi im Kreis Galați. Der Luftalarm für die Region wurde um 05:20 Uhr aufgehoben. Rumäniens amtierender Verteidigungsminister Radu Miruță lobte die spanischen Piloten und die rumänischen Soldaten im Einsatzzentrum als Beleg für Wachsamkeit und alliierte Solidarität.
Spanien hat erst Ende Juli sieben F-18M und rund 200 Soldaten für vier Monate nach Rumänien verlegt. Nach Angaben des spanischen Einsatzführungskommandos sollen sie im Rahmen der verstärkten NATO-Luftraumüberwachung die Ostflanke sichern. F-NEWS berichtete bereits über die wachsende militärische Präsenz beim NATO-Ernstfalltraining an der Ostflanke.
Bemerkenswert bleibt die Informationslücke. Eine Drohne wird im NATO-Luftraum geortet, verfolgt und mit einem Kampfjet abgeschossen. Die Öffentlichkeit erfährt genaue Minutenangaben, Entfernungen und sogar eine mutmaßliche Trümmerstelle. Nur Typ, Flugroute und Herkunft bleiben zunächst offen. Nach den zahlreichen Vorfällen der vergangenen Monate mag eine spätere Untersuchung sinnvoll sein. Doch wenn ausgerechnet die politisch entscheidende Angabe regelmäßig fehlt, wird aus Vorsicht schnell ein Glaubwürdigkeitsproblem.
F-NEWS hatte erst kürzlich vor einer Lage gewarnt, in der immer neue Drohnenvorfälle schrittweise den Ausnahmezustand normalisieren. Auch diesmal soll das Publikum einen militärischen Abschuss als notwendige Reaktion akzeptieren, während die entscheidende Frage unbeantwortet bleibt: Gegen wen wurde hier eigentlich geschossen? Wer soll auf Dauer noch glauben, dass man ein Ziel präzise bekämpfen kann, aber über dessen Herkunft angeblich nichts weiß?






