Schafe von der Weide verschwunden: Mehrere Diebstähle in wenigen Monaten

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Sechs Schafe sind in Görkwitz bei Schleiz innerhalb weniger Stunden von einem Grundstück verschwunden. Wie die Landespolizeiinspektion Saalfeld am Donnerstag mitteilte, entwendeten Unbekannte zwischen dem 19. August, 12 Uhr, und dem 20. August, 8 Uhr, drei Shropshire-Muttertiere und drei Lämmer aus einem Gatter am Ortsausgang in Richtung Neundorf. Wie die Täter vorgingen, ist bislang offen.

Für den Halter ist das kein Bagatelldelikt. Wer Tiere aus einem Gatter holt und abtransportiert, nimmt nicht einfach einen Sachwert mit. Gerade Muttertiere und Lämmer gehören zusammen; ihre Haltung, Versorgung und Zucht sind Teil der wirtschaftlichen Existenz kleiner Betriebe. Die Polizei Schleiz ermittelt und bittet unter der Vorgangsnummer 0211193 um Hinweise.

Der Fall in Thüringen steht nicht völlig allein. Ende April meldete die Polizei in Rheinland-Pfalz mehrere Diebstähle aus umzäunten Gehegen: In Weingarten verschwanden ein Schaf und ein Bocklamm, in Westheim in der folgenden Nacht ein weiteres Schaf. Der zweite Fall wurde nach Angaben der Polizeidirektion Landau sogar von einer Überwachungskamera aufgezeichnet.

Auch aus anderen Bundesländern liegen in diesem Jahr entsprechende Polizeimeldungen vor. In Brunsbüttel verschwanden Anfang Juni etwa 25 Mutterschafe von einer Weide; die zugehörigen Lämmer blieben zurück. Die Polizei ging von Diebstahl aus und nahm an, dass für den Abtransport ein größeres Fahrzeug oder ein Anhänger nötig gewesen sein dürfte. In Vierden wurden im April acht Lämmer und ein Muttertier von einer Weide gestohlen. Diese einzelnen Fälle belegen keine bundesweite Statistik – sie zeigen aber, dass Weidetiere offenbar wiederholt zum Ziel organisierter oder zumindest planvoller Täter werden.

Für Landwirte und kleine Tierhalter kommt der Schaden in einer Zeit, in der viele ohnehin unter massivem wirtschaftlichem Druck stehen. F-NEWS berichtete bereits darüber, dass Bauern teils so verzweifelt sind, dass der Staat eigene „Kümmerer“ zur Suizidprophylaxe einsetzen will. Wenn dann auch noch Tiere aus gesicherten Gehegen verschwinden, trifft das Betriebe unmittelbar bei Einkommen, Zucht und Versorgung.

Die Behörden behandeln die Fälle als Diebstahl und suchen Zeugen. Nötig sind aber auch wachsame Nachbarn und Fahrer: Wer nachts größere Transportfahrzeuge an abgelegenen Weiden sieht oder ungewöhnliche Aktivitäten an Gattern bemerkt, sollte nicht wegschauen.

Quellen: Landespolizeiinspektion Saalfeld; Polizeidirektion Landau; Polizeidirektion Itzehoe; Polizeiinspektion Rotenburg.

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