Reza Pahlavi: Irans Tote starben nicht für Hormus-Deals, sondern für die Freiheit

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Reza Pahlavi / Foto via X

Reza Pahlavi richtet eine scharfe Botschaft an alle Mächte, die über die Zukunft des Iran verhandeln wollen. Gegenüber Reuters erklärte der Sohn des 1979 gestürzten Schahs, das iranische Volk dürfe nicht als Figur in irgendeinem politischen Handel missbraucht werden. Die Menschen seien nicht gestorben, um die Straße von Hormus offen zu halten oder ein neues Atomabkommen zu ermöglichen. Sie seien für Freiheit und Demokratie gestorben.

Pahlavi sagte Reuters zufolge auch, er habe gewusst, dass der Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran nicht von Dauer sein werde. Damit stellt er die Perspektive der iranischen Bevölkerung gegen die Logik internationaler Verhandlungen, bei denen strategische Interessen, Seewege, Energieversorgung und das Atomprogramm im Mittelpunkt stehen.

Doch Pahlavis eigener Anspruch auf eine führende Rolle nach einem möglichen Ende der Islamischen Republik stößt offenbar auf wachsende Schwierigkeiten. Die Jerusalem Post berichtet, sein Vorhaben verliere an Schwung. Als Gründe nennt das Blatt nachlassende Unterstützung aus den USA, frustrierte Geldgeber und zunehmende Spaltungen innerhalb der iranischen Opposition. In der verlinkten Überschrift bezeichnet die Zeitung ihn dennoch weiterhin als wichtigste iranische Oppositionsfigur.

Damit prallen Anspruch und politische Wirklichkeit aufeinander. Pahlavi formuliert eine klare freiheitliche Botschaft, ist für einen tatsächlichen Machtwechsel aber auf Kräfte angewiesen, deren Unterstützung offenbar brüchiger wird. Ohne Rückhalt in Washington, verlässliche Finanzierung und eine geeinte Opposition dürfte es schwer werden, aus internationaler Bekanntheit konkrete politische Führung zu machen.

Die Straße von Hormus gehört zu den wichtigsten Nadelöhren des weltweiten Ölhandels. Jede Eskalation rund um den Iran lässt deshalb Regierungen und Märkte auf mögliche Lieferausfälle blicken. Pahlavis Vorwurf trifft genau diesen Punkt: Während außerhalb des Landes über Öl, Schifffahrt und regionale Machtverhältnisse gesprochen wird, drohen die Opfer innerhalb des Iran zur Randnotiz zu werden.

Auch ein mögliches Atomabkommen betrachtet er offenkundig nicht als ausreichende Antwort. Ein Vertrag über Urananreicherung, Sanktionen oder Kontrollen würde zwar einen internationalen Konflikt bearbeiten. Er beantwortet aber nicht die Frage, unter welchen politischen Bedingungen die Iraner selbst leben sollen. Pahlavi verlangt, Freiheit und Demokratie nicht einem außenpolitischen Tauschgeschäft unterzuordnen.

Wie groß seine tatsächliche Unterstützung im Iran ist, lässt sich unter den Bedingungen von Repression, Zensur und fehlenden freien Wahlen kaum verlässlich messen. Seine Aussagen sind daher eine politische Position, keine Feststellung über den Willen aller Iraner. Die von der Jerusalem Post beschriebenen Spannungen zeigen zudem, dass auch die Opposition keineswegs als geschlossener Block auftritt.

Dennoch legt Pahlavi den Finger auf einen wunden Punkt. Großmächte reden gerne von Stabilität, wenn sie sichere Handelswege, berechenbare Energiepreise und kontrollierbare Abkommen meinen. Für Menschen, die gegen ein autoritäres System aufbegehren, kann diese „Stabilität“ jedoch bedeuten, dass ihr Schicksal am Verhandlungstisch gegen geopolitische Interessen verrechnet wird.

Pahlavis Botschaft ist unmissverständlich: Die Toten des Iran sind keine Verhandlungsmasse. Ob er selbst die politische Kraft besitzt, diese Botschaft in einen Machtwechsel zu übersetzen, ist nach dem Bericht der Jerusalem Post allerdings offener denn je.

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