Das Portal Reitschuster berichtet über Screenshots aus einer Facebook-Gruppe von Lufthansa-Mitarbeitern. Nach Darstellung des Portals wurden die Aufnahmen von Beschäftigten der Fluggesellschaft zur Verfügung gestellt. In der Gruppe sei darüber gesprochen worden, wie Crew-Mitglieder einem politisch missliebigen Fluggast begegnen würden.
Ausgangspunkt der Diskussion ist laut Reitschuster die Frage einer Mitarbeiterin nach einem Senator-Gast auf einer Europastrecke. Das Portal ordnet die in der Frage genannten Angaben dem AfD-Europaabgeordneten Maximilian Krah zu. Der Name des Politikers sei in dem Chat selbst nicht genannt worden.
Eine im Bericht zitierte Antwort empfiehlt, die erforderliche Arbeit professionell zu erledigen, aber keinen zusätzlichen Service zu leisten. Für die Verabschiedung des Gastes werden in dem Beitrag Möglichkeiten genannt, eine direkte Begegnung möglichst zu vermeiden. Eine weitere Antwort beschreibt den Umgang mit einem vergleichbaren Fall als kühl-professionell und rät dazu, Kontakte auf das Notwendige zu beschränken.
Reitschuster veröffentlicht zugleich eine Gegenposition aus dem Chat. Danach solle die politische Haltung eines Fluggastes keine Rolle spielen; wer sich ordentlich verhalte, sei wie jeder andere Gast zu behandeln. Der Bericht beschreibt daneben weitere politische Diskussionen innerhalb der Gruppe, unter anderem über die Haltung von Kollegen zur Abgrenzung gegenüber der AfD.
Das Portal legte die Screenshots nach eigenen Angaben auch Maximilian Krah vor. Der Europaabgeordnete erklärte gegenüber Reitschuster, er fliege beruflich häufig mit Lufthansa und habe seit seiner politischen Bekanntheit schwankende Service-Erfahrungen bemerkt. Die Diskussion in einer Mitarbeiter-Chatgruppe habe ihn nach seinen Worten erschreckt; er wolle den Lufthansa-Vorstand um eine Erklärung bitten.
Auf eine Presseanfrage von Reitschuster antwortete Lufthansa laut dem veröffentlichten Wortlaut, alle Fluggäste würden unabhängig von politischer Überzeugung oder sonstigen persönlichen Merkmalen gleich behandelt. Dieser Grundsatz gelte verbindlich für alle Mitarbeitenden. Zu den konkreten Screenshots und zu möglichen weiteren Schritten enthält die im Beitrag wiedergegebene Antwort keine Angaben.
Weitere F-NEWS-Berichte: AfD-Wahlkämpfer in Berlin bedroht und Debatte über einen Aufruf an die Polizei im Fall einer AfD-Regierung.






